Erich Brunner

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Unser Mann in Havanna. Das Leben des Burgenländers Erich Brunner - zwischen Hitler und Fidel Castro. Feature von Ernst Weber

Erich Brunner lebt zur falschen Zeit am falschen Ort. Der dunkelhäutige Bub ist der Sohn eines Kubaners und einer Burgenländerin. Er wächst vaterlos in den späten 1930er Jahren im burgenländischen Rudersdorf auf. Dank seines Großvaters - einem geachteten Lehrer - kann sich Erich in der Dorfgemeinschaft behaupten und wird erfolgreich vor den Nazis versteckt. Nach dem Krieg wird Erich Kaufmann, doch aufgrund seiner Hautfarbe hat er weder beruflich noch bei den Frauen Erfolg.

1951 wandert er nach Kuba aus. Im Wirtschaftsparadies Havanna lernt er seinen Vater kennen und baut sich eine Existenz als Geschäftsmann auf. Doch die Revolution Fidel Castros bereitet seiner Karriere ein jähes Ende. Man lässt Erich Brunner nicht nach Österreich heimkehren und bringt ihn als Konterrevolutionär vor Gericht. Seine Rettung verdankt er dem Umstand, dass er zuvor schon für Che Guevara als Übersetzer gearbeitet hat.

Brunner bekommt eine Stelle in einem staatlichen Übersetzungsbüro, gründet eine Familie, hört Radionachrichten aus seiner Heimat und träumt davon, eines Tages nach Österreich zurückzukehren.
In den 1990er Jahren erinnert man sich im Burgenland an Erich Brunner: Regelmäßig besuchen Kuba-Urlauber den Austro-Kubaner, man unterstützt ihn finanziell, bezahlt ihm einen Flug in die Heimat. Doch für ein neues Leben in Österreich ist es zu spät. Erich Brunner stirbt 2014 in Havanna.

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