Kulturgeschichte der Zitrusfrüchte

Von Zitrusgelb bis Blutorange.
Die Gartenhistorikerin Claudia Gröschel über die Kulturgeschichte der Zitrusfrüchte.
Teil 4: Pomeranzenhäuser und Orangerien
Gestaltung: Jakob Fessler

Zitrusfrüchte kommen ursprünglich aus Ostasien. Bereits um 310 vor Christus beschreibt Theophrast, ein Schüler Aristoteles, die Zitronatzitrone. Im jüdischen Glauben werden ebenfalls seit langem Etrog-Zitronen für das Laubhüttenfest verwendet. Fresken in Pompeji zeugen zudem von einer frühen Kultivierung.

Der Mythos von Herakles und dem Raub der goldenen Früchte aus dem Garten der Hesperiden wird immer wieder auch mit Zitrusfrüchten in Verbindung gebracht. Die Skulptur des "Herkules Farnese" spielt auf den Mythos an und zeigt Herakles mit drei Früchten in der Hand. Die römische Kopie der einst griechischen Skulptur stand lange Zeit im Palazzo Farnese in Rom und befindet sich heute im Archäologischen Nationalmuseum in Neapel.

Mit dem Untergang des Römischen Reiches kam auch die Kultivierung der Zitrusfrüchte zum Erliegen. In der Renaissance erblühte die Zitruskultur erneut, so auch in den Gärten der Medici. König Karl VIII. soll schon damals Zitruspflanzen aus Neapel nach Frankreich gebracht haben.

Pflanzen von Bitterorangen hat es dann im Jahr 1538 am Prager Hof, 1542 auch in Wien gegeben. Die Schwierigkeit bestand in der Überwinterung der nicht winterharten Pflanzen. Anfangs wurden vorrübergehende Häuser aus Holz für die kalte Jahreszeit errichtet. Schließlich wurden Orangeriegebäude gebaut, die bis heute zahlreiche Gartenanlangen in Europa zieren.

Service

INTERVIEWPARTNERIN:

Dr. Claudia Gröschel
Österreichische Gartenbau-Gesellschaft

VERANSTALTUNGSHINWEIS:

Von 19. bis 21. Mai 2017 finden die diesjährigen 17. Wiener Zitrustage in der Großen Orangerie im Schlosspark Schönbrunn statt.



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