Das Rostrum of Composers und Peter Kaizars Apokalypse

Die "Tribune des Compositeurs" alias "Rostrum of Composers" stellt in "Zeit-Ton extended" neueste neue Musik vor und in "Radiokunst - Kunstradio" ist Peter Kaizars neues Stück "Zwischen Theogonie und Mythos Apokalypse" zu hören.

Rainer Elstner berichtet in diesem Ö1 Kunstsonntag in Zeit-Ton extended von der heurigen Ausgabe des sogenannten "Rostrum of Composers", einem Treffen von Radiomusikredakteur/innen aus aller Welt, die einander Produktionen zeitgenössischer Musik der jüngsten Vergangenheit vorspielen. Der hehre Zweck dieser schon seit 1954 jährlich stattfindenden Veranstaltung ist musikalischer Kultur- und Kunstaustausch über alle Grenzen hinweg und das war - beispielsweise in Zeiten des Eisernen Vorhangs - nicht so selbstverständlich, wie man heute vielleicht denkt. Beim Rostrum of Composers gab es nie einen Eisernen Vorhang. Was genau, fragt man sich Jahr für Jahr, soll eigentlich das seltsame Wort "Rostrum" im Titel heißen. Auf Französisch - und die Veranstaltung fand ja ihre ersten 50 Jahre im UNESCO Gebäude in Paris statt - heißt sie ja "Tribune des Compositeurs". Auf Englisch ausgerechnet "Rostrum". "Rostrum" ist ja eigentlich lateinisch und als Lehn- oder Fremdwort ins Englische gerutscht. Eigentlich heißt das lateinische "rostrum" Schiffsschnabel, das ist jener Vorderteil des Schiffs, mit dem man, wenn es sich um ein Kriegsschiff handelt, gegnerische Schiffe rammen und versenken kann. Scheint ein unfreundliches Wort zu sein für eine freundliche Veranstaltung. Aber vor Jahrhunderten passierte eine Bedeutungsverschiebung und den Ort, an dem das passierte, kann man bis heute sehen. Wenn man nämlich in Rom im Forum Romanum steht, kann man jene Stellen finden, die vornehmlich zum Halten von Reden vor einer mehr oder weniger großen Öffentlichkeit genutzt wurde. Und diese leicht erhobenen Rednertribünen am Forum Romanum in Rom wurden mit erbeuteten Schiffsschnäbeln verziert, jahrhundertelang. Und damit war der Begriff - um es passenderweise in kriegerischer Schiffssprache zu sagen - damit war der Begriff gewissermaßen gekapert. Und schön langsam hieß "rostrum" alles mögliche zwischen Podium, Bühne und Rednertribüne. Und als lateinisches Lehnwort behielt es dann im Englischen eben auch diese Bedeutung. Deswegen ist die "Tribune des Compositeurs" eben auch ein "Rostrum of Composers".

Sendereihe

Gestaltung

  • Christian Scheib