Martin Kolozs über das Gute

"Was bedeutet es, gut zu sein?" Fragen wie dieser geht der Schriftsteller und Philosoph Martin Kolozs nach. - Gestaltung: Alexandra Mantler

"Gut ist, wer Gutes tut", lautet eine gängige Antwort auf die Frage, was es bedeutet, gut zu sein; will sagen: Entscheidend für den Wert einer Handlung ist die Handlung selbst und nicht notgedrungen die Absicht dahinter.

Aber stimmt das überhaupt; ist das Gutsein tatsächlich gleichbedeutend mit dem richtigen Handeln? Entscheidet der sichtbare Erfolg alleinig über den unsichtbaren Willen, der hinter einem Versuch - etwa jemandem zu helfen - steht? Ja und nein, denke ich. Grundsätzlich ist doch jede Art der Hilfe richtig und gut, weil sie Veränderung bringt, Leben rettet, Zukunft sichert usw. Andererseits kann dahinter auch ein falscher Antrieb stecken, etwa Gefallsucht oder Überlegenheitsdenken gegenüber den Hilfesuchenden, wodurch zum Beispiel das Mitleid, welches der deutsche Philosoph und Lehrer Arthur Schopenhauer als "die alleinige echte moralische Triebfeder" beschrieben hat, zwar den scheinbaren Grund für diese und jene Handlung darstellt, aber in Wirklichkeit nur anderes verschleiert, nämlich die Empfindung zu helfen, weil man es kann, nicht weil man es unbedingt muss, ungeachtet der persönlichen wie allgemeinen Vor- bzw. Nachteile.

Dieses Müssen allerdings ist - nach meinem Dafürhalten - das ausschlaggebende, qualitative Merkmal einer jeden guten Tat; nicht ihr unmittelbarer Erfolg. So ist auch jedes Bemühen zum Guten gut und jede Minimalspende alles wert, solange nur der absolute Wille eines Müssens dahinter steht. Persönlich lese und empfehle ich dazu gerne folgende Passage aus dem Matthäus-Evangelium: "Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen (...) Wenn du Almosen gibst, lass es also nicht vor dir herposaunen (...) um von den Leuten gelobt zu werden. (...) Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut."

Service

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Sendereihe

Gestaltung

Playlist

Komponist/Komponistin: Ennio Morricone/geb.1928
Album: THE BEST OF ENNIO MORRICONE
Titel: L' uomo dell'armonica/instr. / aus dem Film "Once upon a time in the West" / "C'era una volta il west" / "Spiel mir das Lied vom Tod" (00:03:38) - tw. unterlegt
Solist/Solistin: Franco De Gemini, Harmonica
Chor: "The Modern Singers" of Alessandroni, Chor
Leitung: Ennio Morricone
Orchester: Unbekannt
Länge: 03:38 min
Label: RCA PD 70324

Komponist/Komponistin: Ennio Morricone/geb.1928
Album: THE BEST OF ENNIO MORRICONE
Titel: Jill's theme/instr. / aus dem Film "Once upon a time in the West" / "C'era una volta il west" / "Spiel mir das Lied vom Tod" (00:03:32) - tw. unterlegt
Solist/Solistin: Edda dell'Orso, Gesang
Chor: I Cantori Moderni di Alessandroni, Chor
Leitung: Ennio Morricone
Orchester: Unbekannt
Länge: 03:32 min
Label: RCA PD 70324

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