Zeitungsstapel

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Wenn Mächtige die Mächtigen kontrollieren

Die Digitalisierung der Medienwelt reicht zwar bis in die hintersten Täler und versorgt die Menschen dort mit Informationen. Doch strukturell werden Österreichs hinterste Täler bis heute von einigen wenigen Medienhäusern dominiert. Die besorgen dort die Meinungsbildung. Das macht den Raum eng für einen Journalismus, der die Mächtigen kontrollieren soll. #doublecheck ist bei seinen Recherchen in drei Bundesländern auf interessante Aussagen und Beispiele gestoßen. Die Sendung beleuchtet natürlich auch die Rolle der medienpolitisch wichtigen Landesstudios des ORF.

"Russ-Land" im Westen als Extrembeispiel

Das westlichste Bundesland ist ein Extrembeispiel. Dort beherrscht das Medienhaus von Eugen Russ mit unzähligen Produkten von zwei Tageszeitungen über Gratisblätter, einen Radiosender und ein starkes Online-Portal den Markt. Russmedia erreicht über alle seine Medien 95 Prozent der Menschen in "Russ-Land". Das Erfolgsgeheimnis des Flaggschiffs "Vorarlberger Nachrichten" ist die totale Lokalisierung, Anliegen von Lesern aus der kleinsten Ortschaft finden Platz in der Zeitung.

Die Landeszeitung als eigener Machtfaktor

Welche Gratwanderung in den Bundesländermedien oft zu absolvieren ist, wenn man selber ein Machtfaktor ist - davon weiß in dieser #doublecheck-Ausgabe Eva Weissenberger zu berichten, die die "Kleine Zeitung" in Kärnten als Chefredakteurin geführt hat. Es ist schwierig, bei so viel Nähe Distanz zu wahren. Oder, wie es Hubert Wachter ausdrückt, der ein Kenner der Medienszene in Niederösterreich ist: " Man hat sich nach den Gegebenheiten gerichtet, um es vorsichtig auszudrücken." Und die Gegebenheiten, die hat in Niederösterreich eben die Landes-ÖVP mit ihrer Machtfülle über Jahrzehnte geschaffen.

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