Soldatendenkmal in Slowenien

APA/PETRA EDLBACHER

Gemetzel im Gebirge

Die Isonzoschlachten. Mit Christian Ortner, Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien.
Gestaltung: Andreas Wolf

Obwohl mit Deutschland und Österreich-Ungarn verbündet, trat Italien zunächst nicht in den Ersten Weltkrieg ein. In Geheimverhandlungen versprachen die Kriegsgegner Großbritannien, Frankreich und Russland dem Land aber Gebietserweiterungen zu Lasten der k. u. k. Monarchie. Im Frühling 1915 wechselte Italien schließlich die Seiten.
Vom Kriegseintritt wurde das Habsburgerreich völlig überrascht.

Das militärische Ziel Italiens war möglichst tief auf das Gebiet Österreich-Ungarns vorzudringen. Über den Kampfraum Isonzo wollte man Richtung Triest, später auch nach Agram und Laibach vorstoßen. Mit improvisierten Kräften wehrte die k. u. k. Armee aber bereits den ersten italienischen Durchbruchsversuch am Isonzo ab. Bis September 1917 folgten weitere zehn italienische Offensiven.

Trotz ihrer drückenden Übermacht gelangen den Italienern nur minimale Geländegewinne, erkauft wurden sie mit gigantischen menschlichen Verlusten. Nach der 11. Isonzoschlacht war auch die k. u. k. Armee "ausgeblutet".
Um einen neuerlichen, nun wahrscheinlich erfolgreichen italienischen Angriff, zuvorzukommen, entschied man sich für die Offensive. Um sie führen zu können, benötigte man massive deutsche Unterstützung.

De facto wurde die am Isonzo operierende k. u. k. Armee den deutschen Truppen unterstellt - auch der Angriffsplan ging weitgehend auf deutsche Offiziere zurück. Zwischen dem 24. und 27. Oktober 1917 vernichtete die gemeinsame Armee beinahe das gesamte italienische Heer. Neben 40.000 Toten und knapp 300.000 Verwundeten und Gefangenen verloren die Italiener auch fast ihr gesamtes Kriegsgerät. Mit der Beute aus der 12. Isonzoschlacht konnte der Zusammenbruch der k. u. k. Armee um viele Monate verzögert werden.

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