Andy Warhols Goethebild

AP/JENS MEYER

Goethe und japanische Mangas

Deutschsprachige Literatur im internationalen Kontext.
Von Nikolaus Halmer

Seit dem 19. Jahrhundert wurde die deutschsprachige Literatur meist als Repräsentationsgeschichte der eigenen Nation verstanden. Als Höhepunkt galt die deutsche Klassik, es folgten die deutsche Romantik und der deutsche Naturalismus. Ausgespart wurden andere nationale Literaturen, die in eigenen Kompendien dargestellt wurden.

In ihrer aktuellen "Weltgeschichte der deutschsprachigen Literatur" wählt die in Stuttgart lehrende Germanistin Sandra Richter einen konträren Ausgangspunkt. Sie richtet den Fokus auf die internationalen Zusammenhänge, die sich in der deutschsprachigen Literaturgeschichte widerspiegeln, löst Texte aus dem vertrauten Umfeld und verwebt sie mit Werken der Weltliteratur:

Goethe mit japanischen Mangas, Hermann Hesse mit der Hippiekultur oder beispielsweise den Roman "Sartor Resartus" des englischen Schriftstellers Thomas Carlyle mit der Parodie des pedantischen deutschen Gelehrten. Richter versteht ihr Buch im Sinne des französischen Philosophen Jean-François Lyotard als Ansammlung von "kleinen Erzählungen", als ein Patchwork von Deutungen, die überraschende Perspektiven eröffnen.

Service

Literatur:

Sandra Richter: Eine Weltgeschichte der deutschsprachigen Literatur, C. Bertelsmann Verlag

Heinrich Detering: Die Stimmen aus der Unterwelt. Bob Dylans Mysterienspiele", C.H. Beck Verlag

Mathias Enard: Kompass, Hanser Verlag

Sendereihe

Übersicht

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