Tätowierter Mann am Strand

APA/AFP

Fürs Leben gezeichnet

Tätowierungen und Zeitgeist
Von Marlene Nowotny

61 Tätowierungen, so viele Körperbilder haben Wissenschafter/innen mittlerweile auf dem mehr als 5.000 Jahre alten Körper "Ötzis" entdeckt: Gerade gezeichnete Linien entlang der Wirbelsäule, des Fußknöchels oder an der Innenseite des Knies. Der Mann aus dem Eis hatte seine Körperzeichnungen vermutlich aus medizinischen Gründen, denn alle verlaufen entlang schmerzrelevanter Akupunkturlinien.

Auch die Maya, die Maori, die Inuit oder die alten Ägypter brachten mit verschiedensten Werkzeugen Farbe unter die Haut, oft aus spirituellen Gründen oder als Statussymbol. - Heute hat die Faszination für Tätowierungen einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Zeiten, in denen die Körperbilder vor allem mit Seeleuten, Kriminellen oder Sexarbeiterinnen assoziiert wurden, sind vorbei.

Heute sind es millionenschwere Fußballer und Popstars, die als Vorbilder für die subkutane Bemalung herhalten. In Österreich hat jeder vierte zumindest ein Tattoo, bei den unter 35-Jährigen sind es noch mehr. Als Hauptmotiv nennen fast alle den Wunsch nach Individualisierung.

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