Hotel Métropole

ORF/ILSE HUBER

Vom Luxushotel zum Gestapo-Hauptquartier

Haupt- und Hintereingang der Erinnerung. Das Hotel Métropole in Wien.
Feature von Ilse Huber.

In Wien gibt es seit mehr als 70 Jahren kein Hotel mehr namens Métropole. Dieses ging im Frühjahr 1945 endgültig in Trümmer. Doch eigentlich erfolgte der Anfang von seinem Ende schon im März 1938, als die Gestapo kurzerhand die Zimmer und Räumlichkeiten beschlagnahmte. Das Luxushotel in Wien Innere Stadt, in dem sich prominente in- und ausländische Gäste wie zum Beispiel Mark Twain aufhielten, war bis dato in jüdischem Besitz gewesen.

Was folgte war eine Periode der Denunzierung, der Folter und des Schreckens. Mit 900 Beamten war das Haus die größte Dienststelle der Gestapo im "Großdeutschen Reich". Zahlreiche Widerstandskämpfer, Regimekritiker, Nicht-Arier und Menschen, die von anderen verraten wurden, erlebten im Gestapo-Hauptquartier einige ihrer schrecklichsten Lebenstage. Auch der letzte österreichische Bundeskanzler des Ständestaates, Kurt Schuschnigg, wurde hier gefangen gehalten.

Das, was von dem Gemäuer übrig blieb, war zwar eindrucksvolle Kulisse für den Film "Der Dritte Mann", aber vor allem ein Haufen Schutt; auch im übertragenen Sinn. Erst 1968 entstand hier der Leopold-Figl-Hof - ein Wohnhaus, das heute nicht nur Wohnraum bietet, sondern auch Gedenkstätte und Archiv des Simon Wiesenthal Forschungszentrums ist.

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