Maxim Gorki

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Maxim Gorki - Sturmvogel der russischen Revolution

Zum 150. Geburtstag von Maxim Gorki
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

"Ein Mensch - wie stolz das klingt", heißt es im Theaterstück "Nachtasyl", mit dem sich Maxim Gorki 1902/3 in Russland und international als einer der bedeutendsten Schriftsteller seiner Zeit etablierte. Der Mensch, seine Potenziale und Abgründe, der Mensch und die Gesellschaft - die Welt, die er schafft, beschäftigten Maxim Gorki sein Leben lang.

Am 28. März 2018 jährt sich zum 150. Mal der Geburtstag des Autors, der als Sohn eines Tischlers in Nischni Nowgorod geboren wurde und mit bürgerlichem Namen Alexej Maximowitsch Peschkow hieß. Mit drei Jahren verlor er den Vater, mit elf die Mutter und damit auch sein Zuhause. Der Großvater wollte ihn nicht länger unterstützen, nahm ihn aus der Schule und schickte ihn in die Welt hinaus.

In langen Wanderjahren, in denen er sich in diversen Jobs sein Leben verdiente und als Autodidakt ständig weiter bildete, lernte Alexej Peschkow die düstersten Seiten des Lebens im russischen Imperium kennen, er kam aber auch in Kontakt mit den revolutionären Bewegungen jener Zeit.

Seine erste Erzählung unterzeichnete er mit Maxim Gorki, Maxim der Bittere. Tiefster Pessimismus und der Glaube daran, dass der Mensch den Sklaven in sich selbst besiegen und eine andere Welt schaffen könnte, prägten Gorkis Leben und künstlerisches Schaffen. Er befürwortete eine Revolution, doch er lehnte die Revolution, wie sie von Lenin und den Bolschewiki vorangetrieben wurde ab.

Lange Jahre verbrachte er im Westen, aber schließlich kehrte er in die Sowjetunion unter der Herrschaft von Josef Stalin zurück und ließ sich zum großen proletarischen Schriftsteller im Dienste des Regimes erheben. Die "Tragik" des Maxim Gorki gehört zu den viel diskutierten Themen der russischen Literatur. Was hätte Gorki 1937/38, während des großen Terrors getan, ist die offene Frage, der Schriftsteller starb 1936.

Seit dem Ende der Sowjetunion bemühen sich Wissenschafter und Theatermacher um eine neue Annäherung an Gorki. Dessen Sozialkritik und Sozialutopie werden heute wieder als äußerst relevant angesehen.

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