Vogel sitzt auf einem Baum, untergehende Sonne

AFP / Marvin RECINOS

Buße und Passion - Der "Ö1 Kunstsonntag" zu Ostern

Buße und Passion

Wer heute das Büßerhemd anzieht, sitzt vor einer Fernsehkamera. Mark Zuckerberg, bekannt als medienscheuer Facebook-CEO und -gründer, leistet Abbitte. Tagelang hatte er geschwiegen, nachdem der Skandal rund um das Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica publik geworden war. Vorige Woche endlich gab Zuckerberg CNN ein Interview, das um die Welt ging. Der Multimilliardär gibt sich bescheiden. "Es war ein fundamentaler Vertrauensverlust. Es tut mir sehr leid, dass das passiert ist. Wir sind dafür verantwortlich, die Daten unserer User zu schützen. Und wenn wir das nicht schaffen, haben wir es nicht verdient, den Menschen zu dienen", sagt Zuckerberg im Interview. Der 33-Jährige, CEO eines der weltweit größten IT-Konzerne, will den Menschen mit dem Netzwerk, das sein Unternehmen zur Verfügung stellt, also dienen. Wenn die Mächtigen beteuern, dass sie der Allgemeinheit dienen, ist meist Skepsis angebracht.

Die sogenannte virtuelle Welt strahlt auf die reale Welt aus, ist längst zur Expansion der realen Welt geworden. Nicht nur Wahlen werden heute auf dem digitalen Schlachtfeld entschieden. Bei aller Skepsis, die in Anbetracht des aktuellen Daten-Skandals angebracht ist, digitale Netzwerke bringen Menschen auch auf produktive Weise zusammen. Immer häufiger beginnen romantische Beziehungen, aber auch professionelle Kollaborationen online. Das zumindest zeigen die Gäste der heutigen "Radiosession". Auch sie haben sich im Internet kennengelernt. Die Pianistin, Sängerin und Komponistin Angela Tröndle und der Gitarrist, Produzent und Komponist Pippo Corvino. Nachdem der Musiker einen Song Tröndles im Internet gehört hatte, arrangierte er diesen neu und ließ ihn Angela Tröndle per Mail zukommen. Ein musikalisches Blind Date gewissermaßen. In der "Radiosession" stellen Angela Tröndle und Pippo Corvino ihr neues Projekt vor.

Was erwartet Sie noch am heutigen "Kunstsonntag"? Mirjam Jessa hat eine in Vergessenheit geratene Preziose der Jazzgeschichte aus dem Archiv gehoben. Die "Easter Suite" des kanadischen Jazz-Pianisten und Komponisten Oscar Peterson. Es handelt sich - passend zum heutigen Ostersonntag - um eine musikalische Passion im Jazz-Gewand. In der Aufnahme, die Sie in der Sendung "Milestones" hören, brillieren Niels Pedersen am Kontrabass und Martin Drew an den Drums. Oscar Peterson selbst ist am Klavier zu hören. Die drei Musiker wirken dabei so entspannt als würden sie in der Bar um die Ecke für ein paar gestrandete Nachtschwärmer spielen. Dabei traten sie 1984 in der legendären BBC-"South Bank Show" auf. Von Petersons "Easter Suite" existiert bis heute nur der Live-Mitschnitt dieser Sendung, die auf DVD erhältlich ist. Schon deshalb blieb Petersons musikalische Passion bis heute nahezu unbekannt.

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