Ein Radiohörbericht vom Ufer des Traunsees

"5cm höher" von Thomas Grill und Agnes Hvizdalek

ein Windstoß, Blätterrascheln .... Gelächter ... Mastenklingeln ... Blätterrascheln ... Schritte am Landungssteg, ein Gespräch in einer fremden Sprache ... Mastenklingeln, Windgeräusche ... das Fährschiff fährt langsam vorüber ...

Der Wiener Klangkünstler Thomas Grill verbrachte als Stipendiat der Kunstsammlung des Landes OÖ den August 2017 in der Villa Stonborough-Wittgenstein in Gmunden. Der Turm des nahen Seeschlosses Orth wacht über den Traunsee, malerisch gelegen und ein beliebtes Touristenziel. Der hinter der Turmuhr liegende Raum verfügt über in die vier Himmelsrichtungen öffenbare Fenster, die ebenso vier unterschiedliche Klangcharakteristiken einlassen: vom belebten Steg des Schlosses, vom Yachthafen, von der Seite des Schloss-Innenhofes und von der weitläufigen Seeseite.
Angelehnt an die Empfehlung von Joseph Beuys aus 1964 die Berliner Mauer um 5 cm zum Zwecke einer besseren Proportion" zu erhöhen, entwickelte Thomas Grill das Konzept, die ursprüngliche Schönheit des Gehörten sehr behutsam durch über Lautsprecher live zugespieltes Klangmaterial zu ergänzen. Das Originale und das dazu Imaginierte verweben sich dabei fließend, die Grenze wird unbestimmbar.

Für Radiokunst - Kunstradio lud Grill die Vokalistin Agnes Hvizdalek ins Turmzimmer ein, um ihre erweiterten Gesangstechniken einzubringen. Entstanden ist ein Hörbericht vom Ufer des Traunsees, um 5cm erhöht.

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