Abschied von der Mutter

"Der Himmel war eine große Gegenwart. Ein Abschied" von Ludwig Fels. Mit Marlen Diekhoff, Rainer Bock, Bearbeitung und Regie: Ulrich Lampen (HR 2015).

"Als mein Bruder anrief und mir sagte, die Ärzte hätten festgestellt, dass bei unsrer Mutter bereits die ganze Bauchhöhle verkrebst sei, ging ich vors Haus und holte die Mülltonne von der Straße herein". Mit dieser ungeheuren Nachricht, kontrastiert mit einer banal-alltäglichen Verrichtung, beginnt Ludwig Fels' Abschied von der Mutter. Es ist ein radikales und minutiöses Abschiednehmen, das gleichsam zu einer schonungslosen Selbstbefragung wird.

Voller Mitgefühl und Zärtlichkeit, Verzweiflung und Wut beschreibt Fels die Biografie einer Frau, die als Bauernmagd ein hartes, entbehrungsreiches Leben hatte und ihre Kinder allein durchbringen musste. "Meine Mutter hat nie ein Leben gehabt. Wie kann so jemand tot sein?" In der wort- und bildmächtigen Prosa, so beeindruckend wie schamlos, wird das langsame Sterben der Mutter zu einem Monument nachgetragener Liebe. Zur traurigen Gewissheit wird, dass der Weg zurück in die Kindheit nun für immer verschlossen bleibt. "Wenn du tot bist, bin ich nirgends mehr daheim".

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DER HIMMEL WAR EINE GROSSE GEGENWART. EIN ABSCHIED

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