verschwommene Aufnahme von Stau

APA/dpa-Zentralbild

Soziologisches Denken

Gesellschaftsanalyse im postfaktischen Zeitalter.
Gäste: Dr. Laura Wiesböck, Post-Doc Assistentin am Institut für Soziologie der Universität Wien; Univ.-Prof. Dr. Christoph Reinprecht, Professor für Soziologie an der Universität Wien
Moderation: Andreas Obrecht
Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79

Die Soziologie verstand sich im Zuge der 1968er-Bewegung vornehmlich als wissenschaftlich fundierte Gesellschaftskritik, um herrschende soziale, ökonomische und politische Verhältnisse zu verändern. Heute tritt sie heute vor allem als statistisch versiertes Analyseinstrument auf, das auf Basis von empirischen Fakten zu gesellschaftlichen Problemlösungen beitragen will.

In einer Zeit, in der Argumentation zusehends auf Emotion, individueller Befindlichkeit und Vermutungen beruht, kommt der Soziologie als klärender Instanz eine besondere Rolle zu. Aber wo liegen die Grenzen des objektiven Erkennens sozialer Verhaltensweisen? Besteht überhaupt noch ein öffentliches Interesse an der wissenschaftlichen Beweisbarkeit von Tatsachen?

Die Nachwuchswissenschaftlerin Laura Wiesböck ist für ihre Dissertation über die grenzübergreifende Arbeitsmigration von Tschechien, der Slowakei und von Ungarn nach Österreich mehrfach ausgezeichnet worden. In einem derzeit entstehenden Buch beschäftigt sie sich unter anderem mit der Wahrheitssuche statt dem Wahrheitsbesitz - als leitendes Prinzip für Toleranz. Christoph Reinprecht, Professor für Soziologie, hat vor zehn Jahren die "Woche der soziologischen Nachwuchsforschung" gegründet und seither begleitet - eine Veranstaltung, die insbesondere jungen Menschen die Möglichkeit bietet, ihre akademischen Arbeiten zu präsentieren und sich gemeinsam Gedanken über das gesellschaftliche Zusammenleben zu machen.

Mit Laura Wiesböck und Christoph Reinprecht diskutiert Andreas Obrecht über die Möglichkeiten und Grenzen des soziologischen Denkens in einer Zeit, die gerne als postfaktisch bezeichnet wird.

Die Redaktion freut sich über Ihre Beteiligung und Ihre Anregungen per E-Mail an punkteins(at)orf.at oder telefonisch während der Sendung unter 0800 22 69 79 - kostenlos aus ganz Österreich.

Service

"10. Woche der Soziologischen Nachwuchsforschung" vom 23.-25. Mai 2018

Playlist

Urheber/Urheberin: Igor Strawinsky
Titel: Pulcinella Ballet in One Act:
* XII. Tarantella
Orchester: London Symphony Orchestra
Leitung: Claudio Abbado
Länge: 01:10 min
Label: DG

Urheber/Urheberin: Fritz Kreisler
Titel: Allegretto (In the Style of Boccherini)
Ausführender/Ausführende: Joshua Bell & Paul Coker
Länge: 02:56 min
Label: Sony Classical

Urheber/Urheberin: Fritz Kreisler
Titel: Chanson Louis XIII and Pavane in the Style of Dittersdorf
Ausführender/Ausführende: Itzhak Perlman & Samuel Sanders
Länge: 01:32 min
Label: Sony Int.

Sendereihe