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Im Fokus - Religion und Ethik
Meine Urahnin, die Hexe
Aktuell im Fokus: Iran - Gottesstaat im Krieg +++ Thema im Fokus: Meine Urahnin, die Hexe +++ Moderation: Judith Fürst
4. März 2026, 16:05
Aktuell im Fokus: Iran - Gottesstaat im Krieg
Fast vier Jahrzehnte lang ist Ali Chamenei als oberster geistlicher Führer die prägende Figur im Iran gewesen. Der Tod des 86-Jährigen nach einem israelischen Luftangriff am Wochenende erschütterte das Machtgefüge der Islamischen Republik. Wie Ali Chamenei an die Macht kam, welche Rolle er im Iran spielte und wer ihm nun nachfolgt, fasst Judith Fürst zusammen. Die Islamische Republik Iran besteht seit 1979. Die Verfassung wurde im Wesentlichen von Ayatollah Ruhollah Chomeini ausgearbeitet und ist auf die von schiitischen Muslimen erwartete Rückkehr des entrückten zwölften Imams ausgerichtet. Die religiöse Führungsebene ist der weltlichen übergeordnet, weshalb man auch vom "Mullah-Regime" spricht. Doch wie funktioniert diese Theokratie überhaupt und wer hat wieviel Macht im Iran?
Mit dem Politikwissenschaftler Thomas Schmidinger, der derzeit gerade an der University of Kurdistan in der irakischen Stadt Erbil lehrt, spricht Alexandra Mantler über die aktuelle Lage in der Nahost-Region, die religiöse Verwurzelung der iranischen Bevölkerung und mögliche Zukunftsszenarien.
Thema im Fokus: Meine Urahnin, die Hexe
"Meine Urahnin wurde als Hexe verbrannt. Was hat das mit mir zu tun?" Diese Frage hat sich Juliane Schiemenz, eine deutsche Journalistin, immer wieder gestellt. Als Kind hat sie erfahren, dass sie eine Nachfahrin der Pommerschen Adeligen Sidonia von Borcke ist, die im 16. Jahrhundert geboren und 1620 als Hexe hingerichtet wurde. Seitdem hat sie immer mehr Informationen über Sidonia gesammelt.
1604 musste Sidonia von Borcke nach dem Tod ihres Bruders in das evangelische Jungfrauenstift "Kloster Marienfließ" eintreten. Dort fügte sie sich nicht in die strenge Klosterordnung und geriet bald in Streit mit den übrigen Klosterfrauen und der Klosterleitung. Von ihren Mitschwestern wurde sie schließlich der Hexerei bezichtigt. 1620 wurde sie in einem Hexenprozess zum Tod verurteilt, in Stettin mit dem Schwert hingerichtet und anschließend auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Fälle von sogenannter Hexenverfolgung und -verbrennung gab es auch in Österreich zu Hunderten. Die letzte "Hexe" wurde in Salzburg 1750 hingerichtet.
Die Geschichte ihrer Vorfahrin sei eine Geschichte einer intelligenten, selbstbewussten und augenscheinlich unbequemen Frau, sagt Juliane Schiemenz heute. Ein "Thema im Fokus" im Vorfeld des Internationalen Frauentages. - Gestaltung: Kerstin Tretina
