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Vom Fleiß in die Selbstausbeutung

Arbeitstugenden im Wandel
Von Juliane Nagiller

Fleiß, Pünktlichkeit und Pflichterfüllung. Diese Arbeitstugenden mussten den Arbeiterinnen und Arbeitern am Beginn der Industrialisierung erst einmal beigebracht werden. Denn der regelmäßige Arbeitsrhythmus in einer Fabrik war der vorindustriellen Gesellschaft fremd. Sie strukturierte den Tagesablauf nach den Jahreszeiten und den Erfordernissen der Landwirtschaft und des Handwerks.

In den Fabriken setzte man daher auf Kontrollen und Strafen. Verboten war das Fortlaufen vor dem Läuten oder das Singen unpassender Lieder. Noch in den 1950er Jahren suchten Arbeitgeber nach ehrlichen, fleißigen und braven Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wie man in den Stellenanzeigen dieser Zeit nachlesen kann. - Heute sind neue Arbeitstugenden gefragt: Flexibel, motiviert und leistungsbereit muss man sein. Kontrollen und Hierarchien werden zurückgedrängt und die Verantwortung übertragen. Die Mitarbeiter/innen werden zu Unternehmer/innen im Unternehmen - und die Selbstausbeutung zur neuen Arbeitsmoral.

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