Ein Leprapatient vor einem Leprakrankenhaus in Indien

AFP/TAUSEEF MUSTAFA

Helfen aus Leidenschaft

Eine Reise zu den Leprakranken nach Südindien
Gestaltung: Sylvia Andrews

Franz von Assisi, Martin Luther King oder Mutter Teresa - die Geschichte ist voll mit großen Persönlichkeiten, die sich mutig und gewaltlos für ihre Mitmenschen eingesetzt haben und dabei meist viele Risiken eingegangen sind - vom Risiko, belächelt zu werden bis hin zu Bedrohungen, Anklagen oder hohen Gefängnisstrafen. Die meisten dieser Menschen haben letztlich ihr ganzes Leben dem friedlichen Kampf für mehr Gerechtigkeit und Nächstenliebe gewidmet und gezeigt, dass auch Einzelne die Geschicke der Welt verändern können.

Doch nicht nur die Vergangenheit ist voll mit stillen Helden des Alltags, es gibt sie auch in unserer Zeit. Ein Beispiel sind die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hospizhilfe, die Sterbende in ihren letzten Stunden begleiten. Sie hören ihnen zu, sprechen mit ihnen und trösten sie, wenn Ungewissheit und Angst vor dem Abschied sie quälen. Ruhig und beständig sind sie für andere da - ohne Bezahlung und ohne gar Weltruhm dafür zu erlangen.

Und dann gibt es noch Menschen, die ihr berufliches Knowhow und ihr Wissen dafür einsetzen, um in ihrer Freizeit Benachteiligten und Kranken zu helfen. Wie etwa eine Gruppe Ärzte, Krankenschwestern und Studierende der Med Uni Graz, die strapaziöse Reisen auf sich nehmen, um zu jenen zu gelangen, die am Rande der Gesellschaft leben müssen. Leprapatienten in Indien etwa, die durch ihre Krankheit ein Leben in Armut und Einsamkeit führen, denn Lepra ist eine Infektionskrankheit, die den Betroffenen meist alles nimmt: ihre Arbeit, ihre Mobilität und oft auch die Liebe ihrer Familie. So oft wie möglich reist die österreichische Medizinertruppe nach Südindien, um dort in einem Leprahilfswerk bei der Versorgung der Patientinnen und Patienten zu helfen.

Es ist das Leprahilfswerk der Salesianerinnen, einer katholischen Ordensgemeinschaft, deren Leiterin Schwester Francina seit bald 50 Jahren dafür sorgt, dass die Betroffenen medizinische Betreuung und soziale Hilfestellungen bekommen - unabhängig von ihrem sozialen Status oder ihrer religiösen Zugehörigkeit.
Ein Feature von Sylvia Andrews.

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