Schüler mit Smartphone

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Glauben, liken, teilen

Wie gut kennen sich Österreichs Schüler und Schülerinnen im Internet aus? Wie gut können sie beurteilen, ob das, was sie im Netz lesen, sehen und hören, auch stimmt? In Sachen Medienkompetenz gibt es Aufholbedarf, ab Herbst wird digitale Grundbildung für die 10- bis 14-Jährigen und ihre Lehrer Teil des Lehrplans sein. Zwei bis vier Wochenstunden digitale Grundbildung innerhalb von vier Jahren sind dann verbindlich. Allerdings müssen die Schulen selbst entscheiden, wie sie das umsetzen, und vielen Lehrern fehlt das Know-how.
Moderation und Gestaltung: Nadja Hahn und Stefan Kappacher


Quellenkritik im Kampf gegen Fakes

Viele Schüler haben große Probleme, falsche oder manipulierte Nachrichten im Netz zu erkennen, sagen Medientrainer. Jugendliche beziehen ihre Nachrichten oft über selbsternannte Experten von Youtube oder aus sozialen Netzwerken. Qualitätsmedien würden kaum konsumiert, sagt etwa Wolfgang Pospischil, der für den Verein "Safer Internet" an Gymnasien Trainings macht. Quellenkritik sei für viele völlig neu, die Schüler müssten lernen, sich die richtigen Fragen zu stellen: Wer steckt dahinter, kann das eine politische Meinung sein oder eine Meinung, die eine Firma vertritt? Werden Fakten behandelt, die ich auch woanders finde?


Kein Zusatzgeld für Medienbildung

Engagierte Projekte laufen an vielen Schulen. Um diese zu fördern, gibt es einige Initiativen des Bildungsministeriums, etwa "Mediamanual" - das Projekt bietet eine Internetseite mit Informationen für Lehrer und Lehrerinnen und organisiert einen Schülerprojekte-Wettbewerb. Um die Mittel dafür kämpfen die Organisatorinnen jedes Jahr. Das Schulentwicklungsprojekt "e-Education" vernetzt Schulen, die digital schon sehr fit sind, mit Schulen, die hier noch aufholen müssen. Das Budget von rund einer halben Million Euro wäre beinahe gekürzt worden, obwohl damit auch Lehrer auf die digitale Grundbildung vorbereitet werden sollen.


Wie kompetent sind die Lehrer?

Das Medienthema hat in der Ausbildung der Lehrer keinen Platz. "Das ist eindeutig ein Manko", sagt Klaus Himpsl-Gutermann von der Pädagogischen Hochschule Wien. Die Hoffnung liegt auf den nachrückenden Junglehrern, das Interesse an der Weiterbildung gerade in Mediendingen ist groß. Die entsprechenden Kurse sind ausgebucht, allerdings ist die Fortbildung für Lehrer in diesem Bereich nicht verpflichtend. Bildungsminister Heinz Faßmann meint im #doublecheck-Interview, die Lehrer würden gut auf die digitalen Herausforderungen vorbereitet. Wie gut der Lehrplan für digitale Grundbildung ab Herbst an den Schulen umgesetzt werden kann, bleibt fraglich.

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