Leonard Bernstein

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Reinhard Scolik über Leonard Bernstein

"Das Höchste und das Weiteste" - Zum 100. Geburtstag von Leonard Bernstein macht sich Reinhard Scolik, Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks, Gedanken zu und von dem Menschen und Musiker. - Gestaltung: Alexandra Mantler

"Ich glaube, ich hätte ein ganz annehmbarer Rabbiner werden können", hat Leonard Bernstein einmal gesagt, aber es kam anders. Es musste anders kommen.

Wie viele seiner Vorfahren wollte auch sein Vater Schmuel Joseph Rabbiner werden, doch die Enge des Schtetls und die Feindseligkeit der nicht-jüdischen Nachbarschaft lockten ihn aus der Nordukraine nach Amerika. Aus Schmuel Joseph wurde Samuel Joseph, Inhaber der Samuel Bernstein Hair Company in Boston, dem am 25.August 1918 in Lawrence, Massachusetts, der erste Sohn namens Louis-Leonard geboren wurde.

Ein schwaches, kränkliches Kind war er, scheu und einsam, nichts davon, was später den erfolgreichen Künstler auszeichnete. Nichts, bis auf: Talent und Fantasie und sehr bald schon ein großes Interesse an Musik. Ein fast zufällig den Bernsteins überlassenes Klavier erweckte den Musiker in Leonard endgültig. Der erste Zufall in seinem Leben, nicht der Letzte und wieder ein Beweis dafür, dass es Zufälle nicht gibt, nur Glücksfälle.

"Ich war unglücklich, bevor ich die Musik entdeckte", sagte er später, "und dann, als ich zehn Jahre alt war, passierte das mit dem Klavier. Plötzlich fand ich meine Welt. Ich wurde innerlich stark, ich wuchs, wurde sogar sehr groß. Ich trieb Sport, gewann Medaillen und Pokale, war der beste Taucher. Es geschah alles gleichzeitig. Die Erklärung ist, dass ich ein Universum fand, in dem ich sicher war: die Musik. Niemand konnte mir mehr etwas anhaben, mir weh tun - auch nicht mein eigener Vater."

"Mein Sohn ein Klesmer - ein armseliger Bettelmusikant? Nie und nimmer!", war die Haltung des beunruhigten Vaters Samuel. Spätnachts, der kleine Lenny saß wieder einmal zur Unzeit am Klavier, stürmte der Vater ins Zimmer: "Lenny, weißt du, wie spät es ist? Es ist zwei Uhr nachts! Lennys Antwort beschrieb den Weg: "Ich muss das tun. Die Klänge sind in meinem Kopf und sie müssen heraus!

Service

Leonard Bernstein, "Worte wie Musik", Verlag Herder
Jonathan Cott, "Leonard Bernstein. Kein Tag ohne Musik", Verlag btb
Peter Gradenwitz, "Leonard Bernstein. Eine Biografie", Atlantis Musikbuch

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Sendereihe

Gestaltung

Übersicht

Playlist

Komponist/Komponistin: Leonard Bernstein
Album: Bernstein dirigiert Bernstein - Theatermusik Vol.1
* 17. Enter three Sailors < Drei Seeleute > (00:02:50)
Titel: FANCY FREE - Ballett für Orchester
Leitung: Leonard Bernstein
Orchester: New York Philharmonic
Länge: 02:00 min
Label: Sony SM3K 47154

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