Bernhard Leitner

dpa/A2070 Rolf Haid

Baumaterial Klang: Bernhard Leitner

Zum 80. Geburtstag von Bernhard Leitner. Gestaltung: Susanna Niedermayr

Raum ist für Bernhard Leitner nicht lediglich eine leere Hülle für diverse Gegenstände oder ein abstrakter Platz für Bewegungen. Raum ist für den Architekten und Pionier der Klangkunst viel mehr ein pulsierendes Erfahrungsfeld, geschaffen durch die Bewegung von Tönen und modifiziert durch die Bewegung der Menschen, die den Raum durchwandern.

Bereits in den 1960er Jahren verfolgte Leitner den Wunsch Klang als Baumaterial für neue Räume einzusetzen. Zuerst gelang dies nur in der Vorstellung, festgehalten in Skizzen, Modellen und theoretischen Texten. Bernhard Leitner war seiner Zeit voraus. 1969 entwarf er den Soundcube, eine würfelförmige Idealarchitektur ausgestattet mit 384 einzeln ansteuerbaren Ton-Quellen, die sich sowohl auf den vier Seitenwänden, als auch auf Boden und Decke befinden sollten.

Erste praktische Klanguntersuchungen erfolgten schließlich in New York, wo der Künstler von 1968 bis 1982 lebte. Auf einer Reihe von fünfeinhalb Meter lagen Holzpfosten montierte er insgesamt 48 Lautsprecher. Durch unterschiedliche Positionierungen zueinander konnte er mit diesen nun erste Klangräume bauen. Begleitet von einer rasanten technologischen Entwicklung hat Bernhard Leitner im Laufe der vergangenen 50 Jahre eine Fülle von Installationen und Projekten realisiert.

Zur Feier seines 80. Geburtstages präsentieren die Klangspuren in Schwaz gemeinsam mit dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Innsbruck im Musikpavillon im Innsbrucker Hofgarten die neue Ton-Raum-Installation "Ton-Würfel 18" von Bernhard Leitner, die am kommenden Samstag um 16 Uhr eröffnet werden wird.

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