Brassen im Fischernetz

DPA/BERND SETTNIK

Aus dem Zuchtbecken in den Wildbach

Die Problematik des Fischbesatzes in heimischen Gewässern.
Von Lukas Tremetsberger

In vielen Bächen, Flüssen und Seen in Österreich lassen Fischer und Angler Fische frei, um sie später wieder am Haken oder im Netz zu haben. Mit diesem Besatz will man der natürlichen Vermehrung nachhelfen und beliebte Fischarten fördern. Manche Gewässer wären ohne diese Maßnahme schon fischfrei. Wildfische haben Körperbau, Verhalten oder Ernährung an ihren Lebensraum angepasst. Besatzfische tun das im Becken einer Zuchtanstalt, weshalb sie zum Beispiel bei der Futtersuche weniger erfolgreich sind als autochthone Fische.

Die meisten Zuchtlinien stammen ursprünglich aus dem Ausland und sind schon lange an die künstliche Aufzucht angepasst. Durch den Fischhandel kommen die Tiere auch in Gewässer, die sie auf natürlichem Weg nie erreichen würden. Paaren sie sich mit Wildfischen, werden Eigenschaften vererbt, die für ein Leben in der Natur von Nachteil sind. Fischökologen sehen darin eine erhebliche Bedrohung für lokale Bestände.

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