McCartney, John Lennon, Ringo Starr und George Harrison, 1968

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You Say You Want A Revolution - Beatles 68

Beatles 1968. Gestaltung: David Baldinger

Der Auftrag an den Journalisten und Autor Hunter Davies war klar: die offizielle Geschichte der Beatles sollte verfasst werden. Dass die Band ausgerechnet 1968 ihre Geschichte erzählen möchte, ist kein Zufall. Noch sehen die Fab Four zumindest von außen wie eine unerschütterliche Einheit aus.

In der Wigmore Street 95 logiert nun Apple, die Business gewordene Vision der Band, Kreativität nicht wegen fehlenden Kapitals brach liegen zu lassen. Jeder war willkommen - und fast jeder kam auch. Eine Art "westlicher Kommunismus" sollte es werden, meinte Paul McCartney. Hinter der Fassade zerbröselt unterdessen die Band.

Brain Epstein ist tot, der Maharishi verblasst und die psychedelischen Farbkleckse des Vorjahres verschwimmen zu einem kühlen, minimalistischen und defensiven Weiß. Yoko Ono und Linda Eastman unterwandern den bisher strikten Kodex der trauten Viersamkeit. "The Beatles", das als Weißes Album bekannte 68-er Werk ist Zeugnis dieses Zerfransens.

Es dokumentiert eine Band, deren Konturen sich auflösen. Immer öfter nehmen die vier alleine auf. George Martin sitzt mit Schokoriegeln am Mischpult und beobachtet das beginnende Scheidungsritual stoisch. Hier McCartneys jubilierendes "Na na na na na ,na na na, hey Jude..." dort Lennons gepeinigte "Yes, I'm lonely, want to die". George Harrison komponiert Filmmusik und Ringo Starr steigt gleich aus der Band aus - für 10 Tage.

McCartney produziert Mary Hopkin, Lennon und Ono tauchen in ihr höchst privates Nest ab. Ihre Welt betrachten sie durch einen in Heroin getränkten Schleier tauber Wohligkeit. Die Spielräume Spezial fühlen den unregelmäßigen Puls der Beatles im Umbruchsjahr 1968.

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