Gedanken für den Tag

Pater Clemens Kriz zum Welt-AIDS-Tag

"Gedanken zum Welt-AIDS-Tag" von Pater Clemens Kriz, AIDS-Seelsorger in der Erzdiözese Wien. - Gestaltung: Alexandra Mantler

Wenn ich so zurück schaue auf diese Jahre, dann sind es unheimlich intensive Jahre gewesen, wobei es sich jetzt natürlich total verändert hat. Das heißt, die ersten Jahre waren wirklich hauptsächlich geprägt vom Spital, von Betreuung und Begleitung. Und die sind auch alle gestorben.

Aber es waren unheimlich intensive Jahre und ich möchte keine Minute davon missen. Also es waren Jahre, wo ich auch wirklich gefühlt habe, ja, dafür bin ich eigentlich Priester geworden. Das heißt nicht, dass ich bei den Tätigkeiten, die ich jetzt hauptsächlich mache, nicht dieses Gefühl habe, aber es war einfach ganz stark da. Das heißt, wenn Du einmal das gemacht hast, dann kommst Du nicht davon los und Du bist eigentlich sehr, sehr dankbar, dass Du's gemacht hast.

Was mir wichtig ist, war damals, dass Kirche auch präsent ist in diesem Bereich und das war in Österreich damals wirklich nicht. Es gab verschiedene Meldungen, positive wie negative, aber wirklich präsent war die Kirche nicht. Und mir war wichtig, dass als Kirche wenigstens einer da ist, der dafür freigestellt ist und es hat sich, glaub ich, gezeigt, dass das gut war. Und es war am Anfang natürlich auch so, dass das auch für die Eltern oft so eine Sicherheit war, gerade oft auch für Betroffene aus ländlicher Gegend, dass dann auch ein Priester da ist, der wirklich da ansprechbar ist. Ich glaube, es war gut und es war auch zielführend und ich glaube, ja, ich würde es wieder tun, wenn es wäre, aber, ich mein, es braucht jetzt nicht so eine Krankheit noch einmal kommen.

Aber es ist natürlich in den letzten Jahren wesentlich anders geworden. Dadurch, dass es Medikamente gibt, die wirklich tolle Wirkung haben, die Menschen sterben nicht so viel, es gibt jetzt schon verschiedenste Präparate, je nachdem wie jemand es verträgt. Es ist viel ruhiger geworden. Das heißt, wenn man es jetzt ein bisserl spitz formuliert: Jetzt, wo sie nicht mehr sterben, brauchen's auch nicht mehr unbedingt den Seelsorger. Aber ich habe irgendwann einmal mit ein paar Positiven gesprochen und habe gesagt: Eigentlich bräuchte es jetzt auch gar nicht mehr eine spezielle Seelsorge. Und da hat einer gesagt: Nein, nein, nein, das ist schon gut so. Man weiß ja nicht, wie es wird und dann ist es doch gut. Aber das war schon etwas ganz eigenes.

Service

Erzdiözese Wien: Aids betrifft alle Bevölkerungsgruppen
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Sendereihe

Gestaltung

Playlist

Komponist/Komponistin: Queen
Album: QUEEN FOREVER
Titel: These are the days of our lives
Ausführende: Queen /Gesang m.Begl.
Länge: 04:15 min
Label: Universal 4704083

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