Vatermord

INGO PERTRAMER

Im Gemeindebau fliegen die Fetzen

Vatermord. Ein Abend mit Erwin Steinhauer und Matthias Franz Stein. Gestaltung: Silvia Lahner; Ätsch: Das neue Programm von Herbert Steinböck. Gestaltung: Jakob Fessler

Matthias Franz Stein sucht Erwin Steinhauer - so beginnt das Familiendoppel "Vatermord", das die Irritationen zwischen zwei Generationen ironisch widerspiegelt. Was die beiden Schauspieler und Kabarettisten in der Realität seit bald 39 Jahren proben dürfen, nämlich das Vater-Sohn Verhältnis, zeigen Stein und Steinhauer seit Mitte November als komödiantischen Schlagabtausch auf der Bühne.

Die Rahmenhandlung von "Vatermord" ist rasch erzählt. Der Sohn, Schauspieler Matthias Franz Stein, möchte seinem Vater, der Kabarettlegende Erwin Steinhauer, zu einer gloriosen Rückkehr auf die Kleinkunstbühne verhelfen. Zu einem Steinhauer-Revival, bei dem alle Register gezogen werden sollen.

Der Wunsch nach einem gemeinsamen Vater-Sohn-Abend ist, wie sich rasch herausstellt, nicht ganz uneigennützig. Ein paar unbedachten Äußerungen vor laufender Kamera haben den jungen Schauspieler in existenzielle Schwierigkeiten gebracht. Die mittelfristige Lösung zur Überbrückung seiner Probleme sieht der Sohn deutlich vor sich: er zieht zum Vater und schreibt mit ihm ein Kabarettprogramm, quasi ein Duo für Stein und Steinhauer.

Der Generationenkonflikt, der bei dem Stück "Vatermord" auf die Bühne gebracht wird, hat viele Facetten. Einerseits geht es um die ewig gültigen Fragen "woher kommen wir, wohin gehen wir und was erben wir davor?" Andererseits wird auch der Generationenwechsel thematisiert: wie sich der Beruf des Kabarettisten und Schauspielers aber auch die Herangehensweise an Humor und Unterhaltung verändert haben. Aus dieser Gemengelage ist ein Stück entstanden, das eine durchgängige Geschichte bietet aber auch einzelnen Sketches Platz einräumt.

Herbert Steinböck "Ätsch"
Identitätsfragen beschäftigen auch Herbert Steinböck in seinem neuen Solo "Ätsch". Eine Geschichte um die mögliche Verwechslung zweier Neugeborener hat ihn zu seinem 3. Solo inspiriert. Ob er wirklich der ist, für den er sich seit 60 Jahren hält, erfahren sie ebenfalls in CONTRA.

Sendereihe

Gestaltung

Mehr dazu in oe1.orf.at