Lou Donaldsons richtungsweisendes Blue-Note-Album "Blues Walk"

Sicheren Schritts voran in Richtung Soul Jazz: Lou Donaldson anno 1958. Gestaltung: Michael Neuhauser

"Get yourself a tenor!" wurde dem Altsaxofonisten Lou Donaldson noch am Beginn seiner Karriere geraten, als er Ende der 1940er Jahre nach New York zog, um - beeinflusst und fasziniert von der Musik Charlie Parkers und Dizzy Gillespies - modernen Jazz zu spielen. Tenorsaxofonisten waren hip, Altsaxofonisten brauchte man neben Parker anscheinend nicht so sehr. Und so behauptete sich Donaldson zunächst gerade, weil er spielen konnte wie sein Idol, was ihm 1952 ein Engagement beim Label Blue Note einbrachte.

Dort etablierte er sich über die Jahre als einer der produktivsten und populärsten Künstler des Labels, eine Zusammenarbeit, die 1967 im sehr eingängigen und extrem erfolgreichen Soul-Jazz-Album "Alligator Bogaloo" ihren kommerziellen Höhepunkt fand. Doch schon eine Dekade zuvor hatte Lou Donaldson den Weg der Reduktion vom Bebop über den Hardbop zum Soul Jazz beschritten und 1958 mit dem Album "Blues Walk" einen diesbezüglich richtungsweisenden Meilenstein gesetzt. Mehr als zuvor konzentrierten sich die Musiker auf den Groove, was unter anderem auch mit den Congas zusammenhing, mit denen Donaldson sein Quartett aus Altsaxofon, Bass, Klavier und Schlagzeug erweiterte.

Donaldsons Soli schwebten über dem rhythmischen Fundament, anstatt es mit schweißtreibender Virtuosität zu erschüttern. Und es war wohl weniger die Originalität der Komposition als die relaxte und groovende Art des Musizierens auf Basis eines simplen Blues-Riffs, die das Titelstück "Blues Walk" zu Donaldsons erstem Hit und zu seinem Signature-Song werden ließ - bevor es dann von "Alligator Bogaloo" abgelöst wurde, das eine Dekade später mit ganz ähnlichen Zutaten reüssierte.

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