Demokratie und Tatsachen

Agnes Heller in Graz
Buch über den FK Austria

Agnes Heller in Graz

"Man muss nicht nur sehr gut auf sie aufpassen, man muss an der Demokratie auch arbeiten. Unser Garten ist doch die liberale Demokratie, das müssen wir kultivieren."- So die bald 90 jährige Philosophin Agnes Heller kürzlich in Graz. Für die Veranstaltung "Freies Schreiben - wider die Illiberalität" hatte Heller auf ihrer Reise von Frankreich nach China einen Zwischenstopp in Graz eingelegt, um im Minoritensaal über Demokratie und Europa nachzudenken. Agnes Heller zählt zu den bedeutendsten Philosophinnen der Gegenwart und setzt sich immer wieder mit Fragen des menschlichen Zusammenlebens und der Politik auseinander.
Demokratie ist kein natürlicher Zustand, meint sie, Demokratie ist eine Erfindung der modernen Menschen, umso mehr müsse sie gehütet werden. Denn Gefahren gäbe es genug.Die gebürtige Ungarin Agnes Heller hat in ihren zahlreichen Schriften die Kultur Europas beschrieben und ihre Philosophie eng mit ihren Lebenserfahrungen, dem Holocaust, dem auch viele Mitgliede ihrer Familie zum Opfer gefallen sind, dem Zweiten Weltkrieg, dem totalitären Regime in Ungarn und nun mit der illiberalen Demokratie unter Viktor Orban verwoben. 1977 ging sie mit ihrem Mann nach Australien, wo sie an der Universität von Melbourne Soziologie lehrte. 1987 wurde ihr der Hannah Arendt Lehrstuhl für Philosophie an der New School for Social Research in Greenwich Village in New York übertragen. Heute macht sie weltweit Vortragsreisen und wendet sich gegen verbreitetes Schwarz-weiß-Denken.- Gestaltung: Peter Rudlof


Buch über den FK Austria

Drei Jahre lang wurde in einem Forschungsprojekt die Geschichte der Wiener Austria aufgearbeitet. Nun ist im Böhlau Verlag das Ergebnis in Buchform unter dem Titel "Ein Fußballverein aus Wien - Der FK Austria im Nationalsozialismus 1938-1945" erschienen. Der Sportjournalist und Buchautor Johann Skocek und die Historiker Rudolf Müllner, Matthias Marschik und Bernhard Hachleitner sind darin den Fragen nachgegangen, wie sich der "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich 1938 auf den Verein, die Funktionäre, Spieler und Fans ausgewirkt hat. Dabei ist man nicht nur zu neuen Erkenntnissen gekommen, sondern hat auch bereits bekannte Geschichten auf ihre Stichhaltigkeit überprüft. So wird beispielsweise der Mythos des damaligen Stars der "Austria", Matthias Sindelar, hinterfragt und den Fakten entsprechend zurechtgerückt.-
Gestaltung: Roman Tschiedl

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