Vinzenz Dellingers Sci-Fi-Parabel auf die Jetztzeit

"Das Unkraut lacht". Von Vinzenz Dellinger. Es liest: Irina Wanka. Gestaltung: Edith-Ulla Gasser

"Es lacht. Das Unkraut lacht, ein helles Kinderlachen" heißt es einmal in dieser Kurzgeschichte. Kann man das Unkraut lachen hören? Natürlich nicht. Es sei denn: das Unkraut ist in Wirklichkeit gar kein Unkraut. Sondern etwas anderes. Oder jemand anderes - und wird nur Unkraut genannt: ein Unkraut, das man ausrotten muss. Der Wiener Autor Vinzenz Dellinger entwirft mit seiner Science-Fiction-Geschichte eine bestürzende Parabel auf die Jetztzeit, in der unsere Sprache mehr und mehr zu einem die Fakten verschleiernden politischen Instrument verkommt.

Vinzenz Dellinger, Jahrgang 1987, ist ausgebildeter Holztechniker. Als Schüler verband ihn, wie er sagt, "als Legastheniker eine gewisse Hassliebe mit den Buchstabenketten". Bis er in der siebenten Gymnasiumsklasse einen gewissen Markus Gasser als Deutschlehrer hatte: Literaturwissenschafter, Rezensent, Autor, und "ein absoluter Literaturenthusiast", wie ihn sein damaliger Schüler bezeichnet. Diesem Lehrer gelang in nur einem Schuljahr, was selten Lehrern gelingt: aus einem schlechten Deutschschüler am Ende einen begeistert Schreibenden zu machen. Der Autor Vinzenz Dellinger erreichte 2016 beim FM4 Kurzgeschichtenwettbewerb "Wortlaut" mit seiner Einreichung die Longlist, 2017 gewann er diesen Bewerb mit seiner Erzählung "Grelles Schwarz", und der heute präsentierte Text "Das Unkraut lacht" war in der Shortlist zum Alois Vogel-Literaturpreis 2018.

Service

Vinzenz Dellinger, "Das Unkraut lacht", Manuskript, 2018

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