Ein Mann steht hinter einer Tür mit der Aufschrift: Respektiere die Privatsphäre der Anderen

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Wie Bio- und Bodyhacker sich selbst optimieren.
Von Hanna Ronzheimer

Unseren Körper können wir durch unsere Lebensweise beeinflussen. Je gesünder wir essen, je mehr wir uns bewegen, umso fitter sind wir. Und je mehr man dabei aufs Detail achtet, desto gezielter lassen sich die biologischen Prozesse im Körper beeinflussen. Biohacker tun genau das: Sie mischen beispielsweise Butter und Kokosöl in ihren Kaffee - ein komplettes Frühstück, das Energie liefert, die Konzentration verbessert, satt macht und nebenbei zur Traumfigur verhelfen soll. Denn das Fehlen von Kohlenhydraten versetzt den Körper dauerhaft in einen Stoffwechselmodus, der auf die Fettreserven im Körper zugreift. Dieser Butterkaffee ist Teil einer Diät, die der US-amerikanische Biohacker Dave Asprey die "Bulletproof Diät" nennt.

Kugelsicher soll der menschliche Körper also sein. Bei solchen Ansprüchen scheint es kein Wunder zu sein, dass sich Biohacker nicht mit einem Kneippschen Kältebad an den Füßen begnügen. Sie greifen in ihren Körper ein wie ein IT-Techniker in ein Computersystem. Sie setzen sich für eine halbe Stunde in eine Badewanne voller Eiswürfel. Oder gehen, so wie Max Gotzler, in Unterhose Ski fahren.

"Ja, das bin ich tatsächlich, das war eine Herausforderung von einem meiner podcast Gäste, der gemeint hat, dass über 1500 m Höhe man schon UV Frequenzen im Tageslicht wieder hat auch im Winter, das heißt der Körper kann Vitamin D produzieren und gleichzeitig hast du die Kälte, die zur Ausschüttung von diversen Hormonen führt, die den Stoffwechsel anregen. Also wenn ich zum Beispiel jetzt einen Kälteschock bekomme, dann kriegt mein Körper das Signal ah, bevor ich erfriere, fahre ich den Stoffwechsel hoch, wärme mich auf und ein schöner Nebeneffekt ist davon, dass braunes Fett gebildet wird."

Braunes Fett haben vor allem Babys und Kleinkinder. Es gilt als gesundes Fett, weil es Wärme erzeugen kann. Braunes Fett kann auch das weiße Fett, also das Hüftgold, verringern. Kälte wirkt sich positiv auf die Bildung von braunem Fett aus, das ist wissenschaftlich erwiesen. Biohacker besuchen deshalb auch sogenannte Kryosaunen, die Stickstoff auf minus 180 Grad herunterkühlen. Zwei bis drei Minuten steht man in der Röhre. Man könnte auch im Winter in einen See springen, der Effekt wäre ähnlich.

Vielen Biohacker reichen solche Tricks aber nicht. Sie greifen auf chemische Substanzen zurück, implantieren sich technische Hilfsmittel und schrecken selbst vor genetischen Selbstversuchen nicht zurück. Die Grenze zwischen Bio- und Bodyhacking sind fließend geworden. Hobbywissenschaft am eigenen Körper, Garagen-Experimente im Dienste der Selbstoptimierung.

Literaturhinweis:
Von Max Gotzler ist das Buch "Biohacking. Optimiere dich selbst" 2018 im Riva Verlag erschienen.

Zum Thema Schlafforschung hat Brigitte Holzinger zuletzt das Buch "Schlafstörungen. Psychologische Beratung und Schlafcoaching" 2017 im Promedia Verlag herausgebracht.

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