Geschichte aus dem Archiv

Treibgut im Filmmuseum

"Treibgut" kann sich im Glücksfall als wahrer Schatz erweisen. Katharina Müller, Leiterin der Forschungsabteilung, und Stefanie Zingl, Archivarin des österreichischen Filmmuseums, bergen Amateurfilme aus dem Dunkel der Anonymität und widmen sich diesen mit Akribie und Leidenschaft, auf dass sie eines Tages ans Licht der Öffentlichkeit gelangen können.

"Treibgut" - so heißt auch die Programmreihe des Österreichischen Filmmuseums, in der besonders rare Fundstücke gezeigt werden. Es handelt sich dabei um Kostbarkeiten aus dem Archiv, die von Amateurfilmern produziert wurden und vielfach auf verschlungenen Wegen ins Filmmuseum gelangt sind. Abseits professioneller Filmkunst entstanden, gewähren diese authentischen und volksnahen Dokumente Einblicke in die Privat-Geschichte der österreichischen Bevölkerung.
Vor einiger Zeit wandte sich die Schauspielerin Elfriede Irrall ans Filmmuseum, sie hatte 1977 ihre betagte Mutter Erika Trojan interviewt und zu deren Leben als Frau in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts befragt. In Kisten und Dosen fein säuberlich geordnet schickte sie das fragmentarische Filmmaterial an Stefanie Zingl.

Elfriede Irrall war eine bekannte Schauspielerin, die u.a. auch mit Michael Haneke, drehte. Eines Tages beschloss sie, nur mehr mit einem Tour-Bus durch die Lande zu fahren und Theater in unmittelbarer Nähe ihres Publikums zu spielen. Und: Sie brachte sich selbst das Filmen bei, um hinter der Kamera zu agieren. Sie drehte einen Film über Chile und zeichnete besagtes Fragment über ihre Mutter auf. Dieses trägt den Titel "ums freiwerden hätte es ja gehen sollen" und wird in Kooperation mit dem feministischen RRRIOT Festival am kommenden Sonntag um 15 Uhr im Filmmuseum in der Wiener Albertina gezeigt.-
Gestaltung: Christa Eder

Service

Treibgut: ums freiwerden hätte es ja gehen sollen. Ein Film von Elfriede Irrall
3. März 2019, 15 Uhr im Filmmuseum, Albertina
Filmmuseum
Unter dem Titel Frauen* hinter die Kamera! Ein Home-Movie-Medley präsentiert das Filmmuseum am 5. März 2019 um 18 Uhr auch Filme aus der Sammlung im WIFAR - Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung (Wallensteinstraße 68, 1200 Wien). Anmeldung zur kostenlosen Veranstaltung unter anmeldung@riotfestival.at, Betreff: Wifar.
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