Petrischalen mit Zitrussetzlingen, die im Bereich der Genetikforschung eingesetzt wurden

AP/FEDERICA NARANCIO

Epigenetik

Die Wissenschaft vom Ein - und Ausschalten der Gene (2). Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek

Jeder Mensch ist einzigartig. Bis zur Jahrtausendwende galt die Lehrmeinung, dass Gene dafür verantwortlich sind. Ihr unverwechselbares Profil, das im Erbgut eines Menschen angelegt ist, bestimmt Haarfarbe, Körpergröße und die Breite von Backenknochen. Doch zahlreiche Eigenschaften eines Menschen, wie sein Gesundheitszustand oder die körperliche und psychische Verfassung, hängen davon ab, wann welche Gene aktiv sind.

Gene an sich sind wie ein dickes offenes Buch, das erst gelesen werden muss. Biochemische Vorgänge aktivieren Gene oder stellen sie ruhig. Abhängig sind diese Prozesse von Umwelteinflüssen und dem sozio-psychologischen Umfeld eines Menschen. So konnte die Neuroepigenetikerin Isabelle Mansuy von der ETH Zürich nachweisen, dass traumatische Erlebnisse bis in die 3. Generation vererbt werden. Ebenfalls belegt ist, dass günstige Lebensumstände wiederum heilend wirken.

Für den Psychoneuroimmunologen Christian Schubert von der Universität Innsbruck bietet die Epigenetik einen neuen Zugang zum Verständnis von Gesundheit und Krankheit eines Menschen. Denn eine Veränderung im Lebensstil oder psychotherapeutische Konfliktbearbeitung können epigenetische Prozesse positiv beeinflussen. Damit wird das Spektrum der Heilungschancen erweitert.

Service

Ce-M-M - Research Center for Molecular Medicine of the Austrian Academy of Sciences

Klinisches Institut für Pathologie

Zentrum für Pathophysiologie, Infektologie und Immunologie

Max-Planck-Institut für Psychiatrie

Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik

Medizinische Universität Graz - Forschungsportal

ETH Zürich - Gesundheitswissenschaften und Technologie

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