Degen der französischen Garde

AFP/BERTRAND GUAY

Gelbe Lilie auf blauem Grund

Die Bourbonen. Mit Wolfgang Schmale, Institut für Geschichte der Universität Wien.
Gestaltung: Andreas Wolf

Die Bourbonen sind das älteste existierende Adelsgeschlecht Europas. Erstmals erwähnt wurden sie als Seitenlinie der Karpetinger, die Frankreich von 987 bis 1328 ununterbrochen regierten.

Nach dem Erlöschen der Valoirs-Dynastie begann 1589 die eigenständige Königsherrschaft der Bourbonen über Frankreich. Der bekannteste der fünf Könige des Ancien Régime war der "Sonnenkönig" Ludwig XIV. Unter der Vormundschaft seiner Mutter Anna von Österreich bestieg er schon als Vierjähriger den Thron. Durch Verwaltungs- und Armeereformen, die Bekämpfung der adeligen Opposition, die Förderung des merkantilistischen Wirtschaftssystems und die Fokussierung auf den Katholizismus etablierte er die absolutistische Monarchie. Unterbrochen wurde die Bourbonenherrschaft durch die Absetzung von Ludwig dem XVI., während der französischen Revolution.

Im Prozess vor dem Nationalkonvent nannte man ihn Louis Capet. Damit bezogen sich die Revolutionäre auf den 996 verstorbenen Gründungsvater der Karpetinger Dynastie, Hugo Capet.

Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft setzte man, im Zuge der europäischen Restaurationspolitik, erneut Bourbonen auf den französischen Thron. Endgültig beendet wurde deren Herrschaft in Frankreich durch den Sturz Karl X. Philipps während der Julirevolution 1830.

Als Bourbon-Sizilien und Bourbon-Parma regierten Nebenlinien des Adelsgeschlechts auch Teile des heutigen Italiens. Mit dem Haus Bourbon-Parma verwandt ist auch der derzeitige König von Luxemburg, Heinrich von Nassau. Um eine weitere Seitenlinie handelt es sich beim spanischen Königshaus Bourbon-Anjou.

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