Lesen am See

Zustandsbilder der Welt beim Festival Literasee

Der Altausseer-See und das Salzkammergut. Wo einst die Wiener Prominenz aus Kultur und Adelskreisen verkehrte, pflegt man heute die literarische Tradition: da gibt es Wanderwege auf den Spuren der Dichter, ein Literaturmuseum, literarische Veranstaltungen und Diskussionen.

Als Zentrum hat sich in den vergangenen Jahren das traditionsreiche k.u.k.-Hotel "Die Wasnerin" in Bad Aussee etabliert. Hier finden mit schöner Regelmäßigkeit Lesungen statt, es gibt Schreib-Stipendien und das alljährlich prominent besetzte Festival "Literasee".

Die fünfte Auflage am vergangenen Wochenende stand unter dem Motto "Zustandsbilder der Welt". Barbara Frischmuth las aus ihrem autobiografisch geprägten Roman "Verschüttete Milch", Gunther Geltinger führte mit seinem neuen Buch nach Südafrika; weiters lasen u.a. Tanja Maljarschuk aus der Ukraine sowie die US-amerikanische Bestsellerautorin Nell Zink. Diese las erstmals aus der deutschen Übersetzung ihres zweiten Romans "Virginia", die erst in zwei Wochen in den Buchhandel kommt. Zink lebt seit sechs Jahren in der brandenburgischen Kleinstadt Bad Belzig, in Bad Aussee outete sie sich als begeisterte Provinz-Bewohnerin. - Im Spannungsfeld zwischen Provinz und Großstadt angesiedelt ist auch Doris Knechts neuer Roman "Weg".

Literasee lud auch zu einem Ortswechsel - mit Christoph Ransmayr ging es hinein ins Dunkel der Salzwelten, in das Bergwerk bei Altaussee - hinunter zum unterirdischen See. Schwebend kam Ransmayrs hochpoetischer Text von der Seebühne übers Wasser - die Geschichte vom englischen Uhrmacher Alister Cox, der für den chinesischen Kaiser ausgefallene Chronometer bauen soll - "Cox oder der Lauf der Zeit".- Gestaltung: Kristina Pfoser

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Literasee
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