Wirksame Behandlung von Heuschnupfen und Co.

Das große Schniefen

Wenn Gräser, Blumen und Bäume zu blühen beginnen, ist das auch der Startschuss für die Pollensaison. Erle, Hasel, dann Birke und Esche, gefolgt von Gräsern, Beifuß und Ragweed.
Besonders Gräserpollen quälen immer mehr Menschen. Sie reagieren auf die an sich harmlosen Substanzen mit laufender Nase, tränenden Augen, mit Nies- und Juckreiz. Heuschnupfen ist bis dato eine chronische Erkrankung. Das heißt: Von selbst geht die allergische Rhinitis nicht mehr weg. Im Gegenteil: Weitere Allergien und Asthma können sich im Gefolge eines Heuschnupfens entwickeln.

Jeder 4. Mensch betroffen

In Europa leiden mindestens 60 Millionen Menschen an Heuschnupfen und/oder allergischem Asthma - den sogenannten inhalativen Allergien.
Auch in Österreich stieg die Zahl der betroffenen Kinder in den vergangenen Jahrzehnten stark an. Trotz intensiver Bemühungen hat die Wissenschaft die Gründe dafür noch nicht enträtselt.
Erkrankten vor einem halben Jahrhundert gerade einmal zwei Prozent der Bevölkerung an Allergien, so sind mittlerweile 25 Prozent davon betroffen. 1,2 Millionen Menschen in Österreich haben die häufigste, durch Pollen hervorgerufene Form - den "Heuschnupfen". Insgesamt leiden rund zwei Millionen an Überempfindlichkeiten des Immunsystems gegen Eiweißstoffe in Pollen, Nahrungsmitteln oder im Fell von Haustieren.

Früher Kontakt mit vielen Keimen

Eines ist klar: Innerhalb der ersten 18. Lebensmonate wird das Immunsystem grundlegend geprägt. Eine Studie aus Salzburg an über 500 Kindern und Jugendlichen kam erneut zu dem Ergebnis: Kinder, die auf Bauernhöfen aufwachsen, haben deutlich seltener Allergien als Stadtkinder. Sie haben von Beginn ihres Lebens an mit einer Vielzahl von Keimen zu tun und das senkt sozusagen die Bereitschaft unserer Körperabwehr "auf völlig harmlose Pollen über zu reagieren".
Dieser "Bauernhof-Effekt" wirkt übrigens bis über 300 Meter im Umkreis. Es dürfte sich also um inhalierbare Stoffe aus den Ställen handeln, die das Immunsystem vor Überreaktionen bewahren.

Risiko für Nahrungsmittelallergien anders als angenommen

Bisher vor einigen Jahren galt die Ansicht, dass Nahrungsmittel wie zum Beispiel Erdnüsse, auf die statistisch gesehen viele Kinder mit Allergien reagieren, möglichst bis zum zweiten Lebensjahr vermieden werden sollten. Dann bewies eine englische Studie das Gegenteil.
Nun gilt der Grundsatz, dass das Zufüttern mit allen Lebensmitteln im ersten Lebensjahr eher schützt als schadet.


Die Desensibilisierung auf neuen Pfaden

Bei der Therapie haben sich in den vergangenen Jahren neue Aspekte ergeben. "Hyposensibilisierung durch Tablette statt Spritze" - so könnte man den Trend zusammenfassen. Gegen Hausstaubmilbe und Gräser stehen solche Präparate bereits zur Verfügung. Weitere gegen Birke und Ragweed werden bald folgen. Die Tabletten werden einmal täglich unter die Zunge gelegt, wo sie sich rasch auflösen. Die Einnahme sollte über drei Jahre erfolgen. Durch den ständigen Kontakt lernt das Immunsystem auf das Allergen normal zu reagieren.

Diesmal erörtert Univ. Prof. Dr. Manfred Götz mit seinen Gästen neue Forschungsergebnisse und wirksame Therapiestrategien.

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Reden auch Sie mit! Wir sind gespannt auf Ihre Fragen und Anregungen. Unsere Nummer: 0800/22 69 79, kostenlos aus ganz Österreich.

Leiden Sie auch an einer Allergie? Waren Ihre Eltern ebenfalls betroffen?

Welche Therapiestrategie hat sich bei Ihnen bewährt?

Haben Sie mit einer Spritzenkur begonnen und die dann vor Ablauf der drei Jahre wieder aufgehört?

Haben Sie Erfahrungen mit der Gräser- und der Hausstaubmilben-Tablette gesammelt?

Moderation: Univ.-Prof. Dr. Manfred Götz
Sendungsvorbereitung: Dr. Christoph Leprich

Service

Studiogast im Funkhaus Wien:

Univ.-Doz. Dr. Felix Wantke
Floridsdorfer Allergie Zentrum
Franz-Jonas-Platz 8/6
1210 Wien
Tel: +43/1/270 25 30
E-Mail
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Am Telefon zugeschaltet:

Mag. Dr. rer. nat. Gabriele Gadermaier
Department of Biosciences, Division of Allergy and Immunology
Universität Salzburg
Hellbrunner Straße 34
5020 Salzburg, Austria
Tel: +43-662-8044-5974
E-Mail
Homepage

Weitere Anlaufstellen und Info-Links:

Österreichische Gesellschaft für Allergologie und Immunologie
Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie/Arbeitsgruppe Allergologie
Ratgeber Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Österreichischer Pollenwarndienst
Österreichische Gesellschaft für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Allergien bei Kindern
Lebensmittelallergien bei Babys und Kleinkindern
Ratgeber Gräserallergie
Hyposensibilisierung gegen Allergien

Sendereihe