Ö1 Kunstsonntag: Überblick

Grenz-Gänge

"Wenn ich male, höre ich auf zu denken." Das lässt der Maler Julian Schnabel den Maler Vincent van Gogh in seinem Spielfilm "An der Schwelle zur Ewigkeit" sagen. Bereits in der Vergangenheit hat sich Schnabel als Filmemacher versucht. Jetzt verbeugt sich der Vorreiter des New Image Painting vor Vincent van Gogh.Er wollte kein gängiges Biopic drehen, hat Julian Schnabel gesagt. "An der Schwelle zur Ewigkeit" sei ein Stück Fiktion, eine Schule der Wahrnehmung, die sich den geschärften Sinnen van Goghs nähert. Weizenfelder, Sonnenblumen, der Himmel, das Licht, die Motive, die man aus van Goghs Malerei kennt, entfalten auch auf der Kinoleinwand eine Sogkraft, der man sich nur schwer entziehen kann. Julian Schnabel, der in den 1980er Jahren als Vertreter einer neoexpressionistischen, figurativen Malerei bekannt geworden ist, bleibt seiner künstlerischen Herkunft auch als Regisseur treu. In "An der Schwelle zur Ewigkeit" tastet die Handkamera die Leinwand wie ein Pinsel ab. Denn, so betont Julian Schnabel, er sei kein Filmemacher. Er bleibe Maler.

Wenn die Handkamera zum Pinsel wird.

Wir beschäftigen uns heute mit künstlerischen Grenzgängern. In unserer Filmkolumne "Zoom in" stellt Arnold Schnötzinger bildende Künstler vor, die ins Regiefach wechseln. Und die "Tonspuren" beschäftigen sich heute mit einem Meister der Renaissance, der auch in der Poesie Spuren hinterlassen hat.

Michelangelo als Dichter

Er gestaltete nicht nur die Pietà im Petersdom und die Fresken der Sixtinische Kapelle. Von Michelangelo Buonarotti sind auch rund 300 Gedichte erhalten. Barbara Zeithammer beschäftigt sich mit dem Dichter Michelangelo.


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