Hahn auf dem Misthaufen

APA/DPA

Der Misthaufen

Der Land- und Umwelttechniker Alfred Pöllinger spricht über das Entstehen eines nährstoffreichen Wirtschaftsdüngers.
Teil 2: Ein Haufen voller Nährstoffe
Gestaltung: Wolfgang Bauer

Einst galt der Misthaufen als der Stolz eines Bauern, konnte man doch von der Größe des Haufens auf den Bestand der Tiere schließen. Mist ist ein Gemisch aus den Ausscheidungen von Rindern, Schafen, Ziegen, Pferden oder Geflügel mit Einstreumaterialien wie Stroh. Dieser geruchsintensive Mix stellt seit jeher ein Symbol einer Kreislaufwirtschaft dar: Auf dem Misthaufen werden die in der Viehhaltung anfallenden Ausscheidungsprodukte der Tiere zunächst einmal ordnungsgemäß gelagert. Wobei früher regionaltypische Unterschiede zu tragen kamen - der Misthaufen befand sich entweder vor dem Haus, oder hinter dem Haus oder im Innenhof eines Vierkanthofes.

Im Inneren des Haufens findet ein komplexer Verrottungsprozess statt, die Ausscheidungsprodukte der Tiere werden in humusähnliche Substanzen umgebaut, die nach einem bestimmten Zeitraum wiederum den Pflanzen zugeführt werden, dem Futter der Tiere. Durch Umlagerung des Haufens kann man den Verrottungsprozess steuern bzw. beschleunigen, indem man mit einer Heugabel oder einem Frontlader vermehrt Sauerstoff zuführt. Je nach der tierischen Herkunft des Mists kann der Umbauprozess bis zu einem Jahr dauern.

Eine durchschnittliche Milchkuh produziert circa 15 Kubikmeter Mist pro Jahr, ein Pferd mit Fohlen circa zwölf und ein Schaf circa drei bis vier Kubikmeter. Rindermist weist darüber hinaus ein gutes Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff auf und verrottet daher besonders gut.

Für die Lagerung und Ausbringung von Mist gelten klare gesetzliche Regelungen, vor allem in Hinblick auf den Grundwasserschutz. Mist wird auch zur Erzeugung von Biogas genutzt. In der modernen Landwirtschaft sind das Anlegen eines Misthaufens und die Ausbringung des nähstoffreichen Mists aus arbeitswirtschaftlichen Gründen in den Hintergrund getreten.

Service

GESPRÄCHSPARTNER:

Dipl.-Ing. Alfred Pöllinger
Leiter der Abteilung Innenwirtschaft
HBLFA Raumberg-Gumpenstein
A-8952 Irdning-Donnersbachtal

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