Die Wiener Staatsoper

APA/GEORG HOCHMUTH

Das erste Haus am Ring

Zur Geschichte der Wiener Staatsoper. Mit Oliver Rathkolb, Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Die Geschichte der Oper in Wien geht zurück bis ins 17. Jahrhundert. Damals dienten Opernaufführungen dem Kaiserhaus als fantasievolle und prächtige Machtdemonstration und Herrschaftslegitimation. Opernaufführungen gab es beispielsweise zu Geburtstagen des Kaisers und der Kaiserin. Nicht selten standen auch Mitglieder des Kaiserhauses und des Hofadels selbst auf der Bühne.

Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts kam auch die bürgerliche Schicht in den Genuss von Opernaufführungen. Mit der Eröffnung der Staatsoper am 25. Mai 1869, entworfen von den Architekten August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll, erhielt Wien einen der weltweit pachtvollsten Aufführungsorte. Zu Eröffnung spielte man Mozarts "Don Giovanni", im Publikum saß auch Kaiser Franz Joseph. Während des Nationalsozialismus wurden jüdische Künstlerinnen und Künstler brutal vertrieben, die Wiener Staatsoper verkam zum faschistischen Propagandainstrument.

Ein Bombenangriff zerstörte schließlich im Jahr 1945 das Gebäude. Erst zehn Jahre später, im November 1955, kam es zur Wiedereröffnung. Karl Böhm dirigierte Beethovens Fidelio - mit Übertragungen in die ganze Welt. 300 Millionen Rundfunkhörer und mehrere Millionen Fernsehteilnehmer erlebten diese symbolträchtige Aufführung, die zugleich für einen Neustart der österreichischen Nation stand.

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