Musik - Leidenschaft und Fluch

"Löwenchor. Novellen" von György Dragomán. Aus dem Ungarischen von Timea Tankó und Terézia Mora. Es liest Irina Wanka. Gestaltung: Gudrun Hamböck

Seit ihre Mutter einen schrecklichen Unfall hatte, kocht die zehnjährige Erzählerin ihrem Vater die Suppe. Eine Fleischsuppe soll es das nächste Mal sein, denn da kommt Mutter aus dem Krankenhaus zurück. Sie ist nicht gestorben, wie er ihr damals erzählt hat. Das Huhn für die Suppe soll Tante Olga besorgen. Jene Tante, die - laut Vater - der Mutter "die Flausen in den Kopf gesetzt hat" Chanson-Sängerin zu werden und für das Unglück verantwortlich sei.

In seinem Band "Löwenchor" erzählt György Dragomán Geschichten über die Macht der Musik. Über sadistischen Drill, gescheiterte Karrieren, leidenschaftliche Fans, Glück und Qual von Musikerexistenzen und die Frage, ob Musik eigentlich glücklich oder unglücklich macht.

György Dragomán, 1973 in Siebenbürgen geboren, übersiedelte 1988 mit seinen Eltern nach Ungarn. Er promovierte über Samuel Beckett, übersetzte aus dem Englischen und arbeitete als Webdesigner. Seine Romane "Der weiße König" (2005) und "Der Scheiterhaufen" (2015) waren große internationale Erfolge.

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György Dragomán: Löwenchor. Novellen. Aus dem Ungarischen von Timea Tankó und Terézia Mora. Suhrkamp

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