Ein Mann ist auf einem E-Scooter unterwegs

AFP/TOBIAS SCHWARZ

Gefährliche Elektroroller +++ Das Phelan-McDermid-Syndrom

1. Schicke E-Scooter: Flott, flexibel und gefährlich?

Elektromobilität gilt als Zukunftsmodell, bei Autos wird sie stark gefördert. Auch elektrische Fahrräder boomen schon seit einigen Jahren. Vergleichsweise neu ist die elektrifizierte Form der kompakten Roller, die sich aus den Micro-Scootern der 2000er Jahre entwickelt haben.
Der Hype begann im September 2017 in Santa Monica, breitete sich rasch in Kalifornien und dem Rest der USA aus. Bald darauf flitzten die ersten E-Roller auch durch Wien. Derzeit gibt es in der Bundeshauptstadt sechs Anbieter mit etwa 6.000 Miet-Rollern.
Ein elektrifizierter Roller ist bis zu 25 Stundenkilometer schnell, das wirft nicht nur rechtliche Fragen auf, sondern auch gesundheitliche - denn das Unfallrisiko steigt naturgemäß mit der Geschwindigkeit. Nach Schätzungen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit gab es im 4. Quartal 2018 in Wien 200 Unfälle.
Die elektrischen Scooter wirken als Spielzeug und Spaßgerät, sind aber richtige Verkehrsmittel. Allerdings haben sie keine Knautschzone, die Verletzungen bei Unfällen sind entsprechend schwerwiegend.
Paul Lohberger hat dazu mit Univ.-Doz. Dr. Thomas Hausner, Primar am Lorenz Böhler Unfallkrankenhaus, gesprochen.

2. Selten aber gravierend - Das Phelan-McDermid-Syndrom

Aktuellen Forschungen zufolge verfügt der Mensch über 19.000 Protein-kodierende Gene. Sie bestimmen zum Beispiel, ob man braune oder blaue Augen hat, bzw. groß oder klein gewachsen ist. Unsere Erbanlagen steuern aber auch den Stoffwechsel jeder einzelnen Körperzelle. Ist nur ein Bruchteil dieses hochkomplexen Systems defekt, kann dies weitreichende Folgen auf die Entwicklung von Körper und Geist haben. So etwa beim so genannten Phelan-McDermid-Syndrom. Den Betroffenen fehlt ein Segment am Ende des langen Armes des Chromosoms 22. Dieser Abschnitt enthält das Gen PROSAP2/SHANK3. Durch dessen Verlust kommt es zu zahlreichen unterschiedlichen Symptomen, darunter Muskelschwäche, fehlende Sprachentwicklung, kognitive Defizite, schwere Schlafstörungen, Infektanfälligkeit und autistische Verhaltensweisen. Das Phelan-McDermid-Syndrom ist sehr selten. Weltweit wurde die Krankheit bislang bei rund 2.500 Menschen diagnostiziert. Wie bei allen seltenen Erkrankungen haben es die Betroffenen und ihre Angehörigen doppelt schwer. Denn nicht nur ist die Krankheit per se belastend, aufgrund ihrer Seltenheit wird sie auch häufig erst spät erkannt und es stehen zu wenige Experten und Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Nora Kirchschlager sprach mit einer Neurologin und der Mutter eines betroffenen Mädchens.

Redaktion: Dr. Christoph Leprich

Service

1. Elektro-Scooter:

Interviewpartner:

Prim. Priv.-Doz. Dr. Thomas Hausner
Facharzt für Unfallchirurgie, Spezialisierung Handchirurgie, Ärztlicher Leiter und Primarius für Unfallchirurgie am UKH Lorenz Böhler in Wien
Traumazentrum Wien
Standort Lorenz Böhler
Donaueschingenstraße 13
1200 Wien
+43 5 93 93- 41201
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Info-Links:

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Steigende Zahl tödlicher Unfälle mit E-Bikes
Unfälle mit E-Bikes
Rechtliches über Scooter


2. Phelan-McDermid-Syndrom:

Interviewpartnerinnen:

Andrea Hörtenhuber
Mutter eines 4-jährigen Mädchens mit Phelan-McDermid-Syndrom

PD Dr. med. Sarah Jesse
Universitätsklinikum Ulm
Oberärztin an der Klinik für Neurologie
0731 177 5243
E-Mail
Homepage

Weitere Anlaufstellen und Info-Links:

Phelan McDermid-Gesellschaft
Familientreffen von 27.-30. Juni 2019 im Tagungs- und Gästezentrum Schönblick in Schwäbisch Gmünd
Phelan-McDermid-Spezialsprechstunde an der Uniklinik Ulm (bei Dr. Sarah Jesse)
Phelan-McDermid-Syndrome Foundation
Verein VKKJ - Verantwortung und Kompetenz für besondere Kinder und Jugendliche
Ambulatorien für Entwicklungsdiagnostik
HandicapKids
logopädieaustria
Physio Austria
Ergotherapie Austria
Österr. Kuratorium für therapeutisches Reiten
Österr. Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Neuropädiatrische Ambulanz MedUni Wien
Ambulanz für Entwicklungsneurologie Wilhelminenspital

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