Radiogeschichten

Im albanischen Schmugglerzug

"Der Schatz". Von György Spiró (aus dem Ungarischen von Ernö Zeltner). Es liest Till Firit. Gestaltung: Stefanie Zussner.

Als der Ich-Erzähler und seine Frau in Triest ankommen, ist die Situation bedrückend. Das Geld aus der Devisen-Zuteilung für Auslandsreisen war schon seit Venedig beinahe aufgebraucht, und ihnen ist nicht mehr nach Liebe zumute. Die Heimreise nach Budapest treten sie in einem Zug an, der von den jugoslawischen Händlern des Wochenend-Marktes gestürmt wird. Er verheimlicht erstmals seine Sprachkenntnisse, bleibt unbeteiligt und stumm wie alle Nicht-Albaner in diesem Schmugglerzug ...

György Spiró, geboren 1946 in Budapest, ist einer der erfolgreichsten ungarischen Dramatiker und zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Schriftstellern Ungarns. Seine sozialkritischen Dramen und hintergründigen Komödien waren große Publikumserfolge und stehen bis heute auf dem Spielplan zahlreicher ungarischer Theater.

Mit vielen Literatur- und Theaterpreisen ausgezeichnet, gilt der ehemalige Theaterdirektor und Professor für Literatur und als eine universelle Ausnahmefigur im ungarischen Kulturleben. In deutschsprachiger Übersetzung erschienen 2012 der Roman "Der Verruf" und 2013 der Novellenband "Träume und Spuren" im Wiener Nischen Verlag. In "Träume und Spuren" beschreibt Spiró präzise und unbarmherzig, mit viel Selbstironie und Sarkasmus seine persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse aus dem Alltag in Ungarn.

Service

György Spiró, "Der Schatz" - aus György Spiró, "Träume und Spuren", aus dem Ungarischen von Ernö Zeltner, Nischen Verlag, Wien, 2013

Sendereihe

Übersicht