Renaud Camus

AFP/PASCAL GUYOT

Radiokolleg - Die Geisteswelt der Rechten

Geschichte, Philosophie und Aktivismus einer Bewegung (2). Gestaltung: Günter Kaindlstorfer

Sie machen gegen Muslime und Zuwanderer mobil und berufen sich auf Konzepte wie den sogenannten Ethnopluralismus, sie stören Vorlesungen und stürmen Theateraufführungen und die Büros von Menschenrechtsorganisationen: die Aktivisten und - seltener - Aktivistinnen der neuen radikalen Rechten, die völkisches Denken in den westlichen Demokratien wieder salonfähig machen wollen.

Ideologisch ist das Weltbild der Neuen Rechten aus faschistischen und nationalbolschewistischen Vorstellungen der 1920er- und 30er-Jahre zusammengezimmert, angereichert durch Anleihen bei Elementen linker Pop- und Protestkultur. Auf Theoretiker wie Carl Schmitt und Arthur Moeller van den Bruck berufen sich die Apologeten der Neuen Rechten ebenso wie auf Heidegger, Jünger und Nietzsche - und auf den italienischen Kommunisten Antonio Gramsci, dessen Konzept der "kulturellen Hegemonie" sie aufgreifen und für ihre Zwecke ummünzen:
Es ginge darum, postuliert der "Rechte Gramscismus", nach und nach die Diskurshoheit in gesellschaftlichen Debatten - etwa über Migration - zu erreichen und mit der Zeit immer breitere Bevölkerungsschichten für rechtsradikale Slogans und Parolen zu begeistern.

Das intellektuelle Zentrum des "Neofaschismus 2.0" ist Frankreich: Von dort aus versuchen Philosophen wie Alain de Benoist, Renaud Camus und Gauillaume Faye ein "68 von Rechts" zu inspirieren - nicht ohne Erfolg: Völkisches, autoritäres und antiliberales Denken findet heute auch in Parteien wie der italienischen "Lega", der deutschen AFD und dem französischen "Rassemblement National" breite Resonanz.

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Volker Weiß: "Die autoritäre Revolte - Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes", Klett-Cotta, 256 Seiten, EUR 20,60

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