Mond auf Wasser

AP/DMITRI LOVENTSKY

Der Mond und das Meer

Der Biologe Gerhard Herndl über die Gezeiten.
Teil 2: Riesige Wellen im Inneren des Ozeans
Gestaltung: Ilse Huber

Herrscht eine hohe Brandung, dann stehen Sonne, Mond und Erde in einer Linie. Es ist entweder Vollmond oder Neumond. In dieser Konstellation ist der Unterschied zwischen Flut und Ebbe am größten.

Stehen die drei Himmelskörper jedoch im rechten Winkel zueinander, heben sich die Anziehungskräfte zum Teil wieder auf - die Gezeiten, auch Tidenhub genannt, sind weniger ausgeprägt. Das ist zur Zeit des Halbmonds.

Ebbe und Flut kann man zwar am besten an den Küsten beobachten, jedoch gibt es auch im offenen Meer Gezeiten. Die Bewegung und die Temperatur des Wassers sowie der Meeresboden bestimmen das Leben in der Gezeitenzone. Pflanzen und Tiere haben sich an dieses Milieu angepasst und Spezialisten hervorgebracht. Auf Sandstränden überwiegen wurmförmige Organismen, in den Felsen wiederum haben die festsitzenden Lebewesen starke Kalkschalen als Schutz vor der Reibung. Die frei im Wasser schwimmenden und treibenden Lebewesen schützen sich mit einer Schleimschicht - der Mucusschicht - vor den Kräften des Meeres.

Der Mond beeinflusst als erdnächstes Gestirn auch die Fortpflanzung von Korallen und Borstenwürmern, die sich während des zweiten Vollmonds im Oktober synchron vermehren. Dass sich auch die Kontinente selbst während der Gezeiten um drei Zentimeter auf und ab bewegen, mag nicht weiter verwundern - ist doch der Mond allgegenwärtig, auch wenn er gerade nicht sichtbar ist.

Service

Gesprächspartner: Univ.-Prof. Dr. Gerhard Herndl
Homepage: https://limbo.univie.ac.at/

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