Drum fürchte, wer sich ewig bindet ...

Zum Phänomen der Beziehungsangst
Von Sabrina Adlbrecht.

Nähe und ein Gefühl der Zugehörigkeit, zu lieben und geliebt zu werden - all das sind Grundbedürfnisse des Menschen. Diese in einer dauerhaften Partnerschaft zu befriedigen, scheint aber immer weniger zu gelingen. Bindungsphobiker/innen erleben zu viel Nähe gar als bedrohlich. Deshalb vermeiden sie eine Beziehung oder lassen sich auf einen Partner ein, fühlen sich aber immer unwohler, je enger das Verhältnis wird. Ihre Wurzeln haben Beziehungsängste oft in ganz frühen Erfahrungen: Wenn kleine Kinder mit ihren Bezugspersonen keine guten Bindungserlebnisse haben, entweder überbehütet oder vernachlässigt werden, Gewalt oder sogar Missbrauch erfahren, dann entwickeln sich Bindungsstile, die später im Leben eine Beziehung erschweren oder unmöglich machen. Die Sehnsucht nach Nähe ist bei diesen Menschen zwar da, aber wenn sie entsteht, können sie diese - aus Angst vor neuerlichen Verletzungen und Enttäuschungen - nicht ertragen. Die gute Nachricht: Beziehungsstörungen lassen sich behandeln, sofern Betroffene erkennen, dass sie tatsächlich ein Problem haben.

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