Wellensittiche

AP/SUCHETA DAS

Singen, um zu sprechen

Gesang und Sprache der Wellensittiche - und was sie mit uns Menschen zu tun haben. Gäste: Marisa Höschele, Bioakustikerin, und Michael Pucher, Informatiker; Institut für Schallforschung, Österreichische Akademie der Wissenschaften. Moderation: Andreas Obrecht.
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Neueste Forschungen zeigen, dass es erstaunliche Gemeinsamkeiten zwischen Menschen und Tieren hinsichtlich Musikalität, Rhythmus und Gesang gibt. Sprache und Musik haben aller Wahrscheinlichkeit nach gemeinsame biologische Ursprünge, deren spezifischer Ausdruck jeweils kulturell geformt ist. Auch bei Tieren folgt die Stimmgebung den Emotionen - Angst oder Wohlgefühle werden zum Ausdruck gebracht und auch zwischen unterschiedlichen Spezies verstanden.

Die menschliche Sprachbefähigung ist die Folge von konsequenter Nachahmung. Einige Vogelarten, Wale, Delphine, Fledermäuse und Elefanten gehören zu den wenigen Tieren, die Laute nachahmen und neue Laute lernen können. Forscher und Forscherinnen wollen herausfinden, warum das so ist und was daraus über die menschliche Sprache und Musikalität in Erfahrung gebracht werden kann.

Die Bioakustikerin Marisa Höschele leitet am Institut für Schallforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften eine Forschungsgruppe, die sich experimentell mit dem Gesang, der Sprache und Musikalität von Wellensittichen befasst. Dabei geht es ebenso um die soziale Funktion wie um den Bedeutungsgehalt der Laute oder etwa auch um geschlechtsspezifische Differenzen. So zeigen weibliche Wellensittiche eindeutige Vorlieben für bestimmte Rhythmen, wohingegen die männlichen Vögel schnell das Interesse an ihnen verlieren. Liegt es daran, dass sie es sind, die den Weibchen normalerweise etwas vorsingen?

Michael Pucher ist Informatiker mit Schwerpunkt Sprachsynthese und Phonetik. Er modelliert Computerprogramme, um die enorme Komplexität gesprochener Sprache abzubilden - etwa in einem Programm zur Übersetzung der deutschen Hochsprache in das Wienerische. In Zusammenarbeit mit Marisa Höschele simuliert und sequenziert er auch den Gesang und die Sprache der Wellensittiche in einem Synthesizer - um anhand der Reaktionen mehr über deren Bedeutung zu erfahren.

Über die biologischen Grundlagen von Sprache, Gesang und Musikalität, über diesbezügliche Ähnlichkeiten zwischen Tieren und Menschen und über die Methoden eines faszinierenden neuen Forschungsgebietes diskutieren Marisa Höschele und Michael Pucher mit Andreas Obrecht. Wenn Sie sich in der Sendung beteiligen möchten: Rufen Sie an unter 0800 22 69 79 - kostenfrei aus ganz Österreich - oder schreiben Sie ein E-Mail an punkteins(at)orf.at.

Service

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Sendereihe

Playlist

Untertitel: Damien Rice
Titel: Animals were gone
Ausführende: Damien Rice
Länge: 02:53 min
Label: Polydor

Untertitel: Tom Harlowe
Titel: Animal Jazz
Ausführende: Aurveda Project
Länge: 02:10 min
Label: Launch records

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