Sommerreprisen: Bedrohte Flüsse

Eine Nilfahrt von den Pharaonen ins 21. Jahrhundert
Von Brigitte Voykowitsch

Lange galt der Nil mit seinen 6.850 Kilometern als der längste Fluss der Welt. Nach Neuvermessungen ist er hinter den Amazonas auf Platz 2 gerutscht. Unverändert aber gilt, was bereits der griechische Historiker Herodot im 5. Jahrhundert v. Chr. feststellte: Ägypten ist ein Geschenk des Nils, der, abgesehen von einigen unterirdischen Wasseradern, in der Wüste die einzige Wasserquelle des Landes ist.

Jahrtausende lang entschied der Nil mit seinen alljährlichen Überschwemmungen, die das Land fruchtbar machten, über das Schicksal der Ägypter. Die meisten Dörfer, aber auch die Residenzen und Totenstädte der Pharaonen befanden sich in unmittelbarer Nähe des Flusses. - Seit dem Bau von Staudämmen im 19. und 20. Jahrhundert haben die Ägypter die Wasserversorgung wesentlich besser im Griff. Staudämme werden aber auch in anderen Nil-Ländern errichtet, beispielsweise in Äthiopien, wo ein riesiger neuer Staudamm errichtet wird, was zu Nutzungskonflikten zwischen beiden Ländern führt. Seitens Kairos kam es wiederholt zu Kriegsdrohungen. Denn eine zu rasche Auffüllung des Stausees in Äthiopien könnte die Wasserversorgung Ägyptens gefährden. Zwar gibt es im Land zahlreiche Projekte für Meerwasserentsalzungsanlagen, doch auf absehbare Zeit wird der Nil Ägyptens Hauptwasserquelle bleiben.

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