Sophie Wennerscheid

ANNA MROZEWICZ

Sophie Wennerscheid - Im Gespräch

"Sexualität wird in Zukunft noch freier und lustvoller werden!" - Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Sophie Wennerscheid, Literaturwissenschafterin und Skandinavistin (Erstausstrahlung am 23. Mai 2019)

Über die Zukunft etwas auszusagen ist immer schwer, sagt die Literaturwissenschafterin und Skandinavistin Sophie Wennerscheid. Und das stimmt auch für unser zukünftiges Sexualverhalten und Liebesleben.

Werden wir dann mit von künstlicher Intelligenz belebten sex toys unsere Lust befriedigen, fragt Wennerscheid in ihrem soeben erschienen Buch "Sex Machina. Zur Zukunft des Begehrens". Eine Steigerung wäre der Sex-Roboter, ein fast wahrhaftes Gegenüber, mit dem wir in Interaktion treten könnten. Welches Begehren wird daraus entstehen, wenn wir akzeptieren müssen, dass wir es in der Lust mit einer Maschine zu tun haben? Sex ist ein Geben und Nehmen, aber auch ein Spiel von Macht und Herrschaft. Könnte es sein, dass uns der Sex-Roboter gefährlich wird?

Aber, so die 1973 geborene Wennerscheid, sie glaube nicht, dass Maschinensex den Sex mit einem anderen Menschen ersetzen könne. "Das wird nur eine Erweiterung sein." Anhand zahlreicher, lebendig erzählter Beispiele aus Film, Fernsehen, Kunst und Literatur, zeigt Sophie Wennerscheid, Professorin für skandinavische Literatur und Kultur an der Universität von Gent/Belgien, die erstaunliche Bandbreite des Begehrens und der möglichen Beziehungen zwischen Menschen und Maschinen.

Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz plädiert sie für einen entspannten Umgang mit der Technik als Eigenart von Sexualität und Begehren.

Service

Sophie Wennerscheid, "Sex machina: Zur Zukunft des Begehrens", Matthes & Seitz Berlin, 2019

Sophie Wennerscheid, "Close your eyes": Phantasma, Kraft und Dunkelheit in der skandinavischen Literatur", Verlag Wilhelm Fink, 2014

Sophie Wennerscheid, "Das Begehren nach der Wunde", Matthes & Seitz Berlin, 2008

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