Die Theologin und Ordensfrau Melanie Wolfers

"Wie man sein Leben selbst in die Hand nimmt" - Melanie Wolfers über das Spannungsfeld zwischen Angst und Mut
Gestaltung: Jakob Fessler.

"Mut ist die Kraft zum Trotzdem. Dass ich trotz meiner Angst etwas wage, weil ich es als richtig und gut erkenne." Für Melanie Wolfers sind Mut und Angst wesentliche Bestandteile unseres Lebens, die zusammengehören. Für Mut muss man sich seinen Ängsten stellen und sie wahrnehmen können. Sich selbst und die eigene Verletzbarkeit zu spüren, hilft, sein Leben mutig zu gestalten. Die Orientierung an der Außenwelt und der Wunsch nach Zugehörigkeit lenken oftmals von den eigenen Bedürfnissen und vom Ich ab.

Für Melanie Wolfers lässt sich Mut lernen und üben. Sie sieht vor allem in einer Kultur des Innehaltens einen wichtigen Ansatz. Außerdem scheuen viele Menschen davor, Entscheidungen zu treffen. Die schlechteste Entscheidung sei jedoch, keine Entscheidung zu fällen, ist die Theologin und Ordensfrau überzeugt. Gerade hier würde es Mut brauchen. Wenn wir den Dingen ihren Laufen lassen, hören wir auf, unser Leben in eigenen Händen zu haben. Auch die Gesellschaft braucht mutige Menschen, damit nicht nur das sogenannte "Recht des Stärkeren" zählt. Es braucht Menschen, die sich für ein Ziel in die Waagschale werfen.

Melanie Wolfers wurde 1971 in der norddeutschen Stadt Flensburg geboren. Sie studierte Theologie und Philosophie in Freiburg und München und arbeitete als Hochschulseelsorgerin. 2004 trat sie in Österreich in die Ordensgemeinschaft der Salvatorianerinnen ein. 2008 gründete sie das Projekt "IMpulsLEBEN", in dem sie junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 35 Jahren berät. In ihren Büchern setzt sie sich mit Glaubensfragen, dem Christentum und dem Islam, mit Freundschaften und dem Überwinden von Kränkungen auseinander.

Service

Melanie Wolfers

Buchtipp:
Melanie Wolfers, "Trau dich, es ist dein Leben. Die Kunst, mutig zu sein"; Droemer Knaur Verlag

Sendereihe

Gestaltung

  • Jakob Fessler