Ein Jazzmusiker hält eine Trompete

AFP/ADALBERTO ROQUE

Eine unentdeckte Goldmine: Experimentelle arabische Musik.

Ein Gespräch mit Khyam Allami über experimentelle arabische Musik. Gestaltung: Susanna Niedermayr

Als Komponist und Oud-Spieler beschäftigt sich Khyam Allami mit der Dekonstruktion der Maqamat, der in der arabischen Musik gebräuchlichen Stimmungssysteme. Die Regeln der arabischen Musik seien noch nicht hinreichend gebrochen worden, so Allami. Die Schönheit läge in ihrer Elastizität, in der Dehnbarkeit der Zeit und der Melodielinien.

Computerprogramme zur Musikerzeugung unterstützten dies aber nicht, da sie in der Regel westlichen Konzepten folgen. Der Rhythmus und die Stimmung würden so in ein enges Korsett gezwängt. Beim diesjährigen ORF musikprotokoll im steirischen herbst Anfang Oktober wird Khyam Allami die Solo-Elektronik-Version von "Terry Riley's In C" präsentieren, einem Schlüsselwerk der Minimal Music aus dem Jahr 1964, umgelegt auf das Stimmungssystem des arabischen Modus "Rast". Dafür hat der Musiker mit dem in London lebenden Programmierer Charles Matthews eine eigene Software entwickelt, basierend auf Max for Live.

Aus diesem Anlass wiederholen wir einen "Zeit-Ton" basierend auf einem Interview, das wir mit Khyam Allami Anfang des Jahres 2017 in seinem Studio in Beirut geführt haben, im Rahmen der Ö1 Reihe "Nebenan. Erkundungen in Europas Nachbarschaft". Die ursprünglich für heute geplante Sendung mit dem Mitschnitt des Konzertes von Anguish bei den diesjährigen Nickelsdorfer Konfrontationen musste aus organisatorischen Gründen auf den 14. November verschoben werden.

Sendereihe

Gestaltung