Magnetresonanzaufnahme einer weiblichen Brust

APA/DPA-ZENTRALBILD/JAN-PETER KA

Gemeinsam gegen den Brustkrebs


Gemeinsam gegen das Mammakarzinom - 10 Jahre zertifizierte Brustgesundheitszentren

Der Brustkrebs gilt nach wie vor als häufigste Krebserkrankung der Frau, jede achte Österreicherin erkrankt im Laufe ihres Lebens daran. Soweit die schlechte Nachricht. Zur guten Botschaft: Die Überlebensrate nach 5 Jahren liegt bei 88 Prozent. Dass die Prognose mittlerweile verhältnismäßig gut ist, ist zum einen der Früherkennung, zum anderen auch der hohen Qualität der Therapie geschuldet.

Von Einzelkämpfern zu Zentren
Das war nicht immer so, denn die Patientinnen wurden früher an verschiedenen Abteilungen behandelt und von Spezialist zu Spezialist geschickt. Für ein gutes Therapieergebnis ist aber das interdisziplinäre Vorgehen nötig, wo mehrere Fachrichtungen an einem Strang ziehen. 2009 wurden zertifizierte Brustgesundheitszentren mit standardisierten Qualitätskriterien etabliert, an denen Experten, etwa aus Gynäkologie, Chirurgie, Radiologie, Pathologie, Onkologie und Strahlentherapie, zusammenarbeiten. In den "Tumorboards" werden die einzelnen Fälle besprochen und gemeinsam die geeignetsten Therapiepläne erstellt. Gemeinsam mit der unabhängigen Zertifizierungsgesellschaft Doc-Cert wurde ein österreichisches Zertifizierungsverfahren entwickelt. Die Zertifizierung der Einrichtungen soll sicherstellen, dass landesweit dieselbe hohe Qualität zur Verfügung steht. Hohe Qualität lässt sich aber nur erreichen, wenn in einem Krankenhaus eine ausreichend große Anzahl an Patientinnen betreut wird, sodass man über eine entsprechende Erfahrung verfügt.
In Österreich existieren mittlerweile 30 derartiger Brustgesundheitszentren, in denen 80 Prozent aller Brustkrebspatientinnen behandelt werden. Das sehr dichte Netz soll sicherstellen, dass allen Frauen in Österreich in vertretbarer Entfernung zum Wohnort ein zertifiziertes Zentrum zur Verfügung steht.

Gute Prognose
Auch wenn es sich beim Brustkrebs nach wie vor um eine bedrohliche Erkrankung handelt, hat er in vielen Fällen doch einiges von seinem Schrecken verloren. Rund neun von zehn Operationen im Frühstadium werden mittlerweile brusterhaltend durchgeführt. Minimalinvasive Methoden helfen, die unerwünschten Effekte gering zu halten und ein kosmetisch gutes Ergebnis zu erzielen. Auch die sogenannte Immuntherapie hat, als moderne medikamentöse Methode, zu einer Verbesserung der Prognose geführt.
Dabei werden Checkpoint-Inhibitoren eingesetzt, die verhindern, dass der Krebs das Immunsystem inaktiviert. Dann können die "gebremsten" Immunzellen bildlich gesprochen den Tumor attackieren.

Früherkennung möglich
Unter den Expertinnen und Experten gibt es ein klares Bekenntnis zur Früherkennung und dem Mammografie-Screening. Dieses ist - wenn auch in manchen Bereichen verbesserungswürdig - eine wesentliche Säule zur Verbesserung der Prognose des Mammakarzinoms.

Anlässlich des Brustgesundheitsmonats im Oktober 2019 zieht Karin Gutiérrez-Lobos, nach einem Jahrzehnt Brustgesundheitszentren, Bilanz und beleuchtet mit ihren Gästen die neuen Therapiemöglichkeiten beim Mammakarzinom.

Reden auch Sie mit! Wir sind gespannt auf Ihre Fragen und Anregungen. Unsere Nummer: 0800/22 69 79. Kostenlos aus ganz Österreich.

Fragen:
Wurden oder werden Sie in einem der Brustgesundheitszentren betreut?
Fühlen Sie sich dort gut aufgehoben?
Was könnte Ihrer Meinung nach bei der Versorgung noch verbessert werden?
Wie wurde der Krebs bei Ihnen entdeckt?
Ist bei Ihnen eine der neuen Methoden (z.B. Immuntherapie) angewendet worden?


Eine Sendung von Dr. Ronny Tekal und Dr. Christoph Leprich.

Service

Studiogäste im Funkhaus Wien

OÄ Dr.in Silvia Artner
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
Mitinitiatorin des Brustzentrum Hanusch-Krankenhaus
Brustgesundheitszentrum Goldenes Kreuz
Maria Treugasse 1/3
A-1080 Wien
Tel: +43/1/402 17 00 20
E-Mail
Homepage

Prim. ao. Univ.-Prof. Dr. Hubert Hauser
Facharzt für Chirurgie, Vorstand der Chirurgischen Abt. LKH Graz II
Leiter des Brustgesundheitszentrums LKH Graz II
Medizinische Universität Graz
Auenbruggerplatz 29
A-8036 Graz
Tel: +43/316/ 385-2205
E-Mail
Homepage

Am Telefon aus der Schweiz:

Dr.in Tanja Volm
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
Fachliche Leitung der Doc-Cert AG, Zertifizierungsstelle für die Brustzentren
Doc-Cert AG
Besmerstrasse 16
CH-8280 Kreuzlingen (TG)
Tel: +41 (0) 79-175-3742
E-Mail
Homepage


Veranstaltungstipp:
6. Österreichischer Brustkrebs-PatientInnen Kongress
Datum: 21. September bis 22. September 2019
Veranstaltungsort: Courtyard Marriott Linz
Programm

Europa Donne Austria - Die Brustkrebs-Koalition

Zertifizierte Brustgesundheitszentren

Brustkrebs - Was ist das? Information des Gesundheitsministeriums

Österreichische Krebshilfe

Früherkennungsprogramm Brustkrebs


Bücher

Katrin Eigermann
Diagnose: Brustkrebs: Eine wahre Mutmach- und Liebesgeschichte
TWENTYSIX 2017

Nicole Staudinger
Brüste umständehalber abzugeben: Mein Leben zwischen Kindern, Karriere und Krebs
Eden Books 2018

Heike Bueß-Kovács
Diagnose Brustkrebs: Das ist jetzt wichtig
Schlütersche 2013

Susanne Reinker
"Kopf hoch, Brust raus!": Was wir im Umgang mit Krebs alles richtig machen können
Ullstein Leben 2019

Sendereihe