Die hölzerne Tastatur eines Clavichord

APA/DPA-ZENTRALBILD/JENS BÜTTNER

Oscar Peterson and Joe Pass: "Porgy and Bess" (1976)

George Gershwins Meisterwerk, interpretiert von Clavichord und Gitarre. Gestaltung: Michael Neuhauser

Es gibt gute Gründe, warum das Clavichord mit seinem eintönigen, fragilen Klang Ende des 19. Jahrhunderts mehr oder weniger vom Aussterben bedroht und praktisch überall längst vom Klavier verdrängt worden war.

Dennoch war Oscar Peterson fasziniert von dem altmodischen Instrument und wollte zumindest einmal ausloten, was man damit im Jazz anfangen könnte: ein kurioses Experiment auf einer musikalischen Nebenfahrbahn, die - dessen war sich der Pianist wohl bewusst - voraussichtlich in einer Sackgasse enden würde.

Doch auch wenn es bei diesem einen Experiment blieb, darf es nicht nur als geglückt gelten, sondern tatsächlich auch als Meilenstein im Jazz. Für sein merkwürdiges Vorhaben wählte Peterson mit Gitarrist Joe Pass nämlich einen kongenialen Partner und mit George Gershwins "Porgy and Bess" das perfekte Stück zur Neuinterpretation. Die unverstärkten, leisen Töne von akustischer Gitarre und Clavichord verwoben sich zu einem schwerelosen Klang, mit dem Peterson und Pass Anfang 1976 ein feinfühliges, kammermusikalisches Jazz-Meisterwerk schufen.

Sendereihe

Gestaltung

Übersicht

Playlist

Komponist/Komponistin: George Gershwin, Ira Gershwin; DuBose Heyward
Titel: Summertime (4.27)
Titel: Bess, You Is My Woman (3.38)
Titel: It Ain't Necessarily So (3.30)
Titel: I Loves You, Porgy (6.26)
Titel: I Got Plenty O' Nuttin' (3.02)
Titel: Oh, Bess, Oh Where's My Bess (5.32)
Titel: There's A Boat Dat's Leavin' Soon For New York (3.55)
Solist/Solistin: Oscar Peterson
Solist/Solistin: Joe Pass
Länge: 30:30 min
Label: Pablo Records 2310-779

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