Pferderennen

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Tempo

mit Hans Georg Nicklaus. Temposchwankungen in den Interpretationen von "Andante" und "Scherzo" (u.a. in Schuberts Klaviertrios und den Symphonien Brahms' und Mendelssohns).

"Schnell" ist bekanntlich relativ, ebenso wie "langsam". Noch schwieriger wird es bei Tempoangaben wie "schreitend" (Andante) oder "heiter" (Allegro). Das Tempo ist eines der markantesten Unterschiede bei der Interpretation klassischer Werke. Dabei geht es am CD-Markt der Profis selten um technische Fähigkeiten, die man zeigen, oder Unfähigkeiten, die man verbergen will. Denn die digitale Technik ermöglicht jede beliebige Tempoveränderung einer Aufnahme.

Es geht vielmehr um wirklich unterschiedliche Auffassungen zum Charakter eines Satzes: soll er beschwingt oder doch eher lyrisch klingen, ist es ein Tanz oder ein Gesang? Die langsamen Sätze in den großen Symphonien von Beethoven bis Brahms nimmt der britische Dirigent Roger Norrington zum Beispiel meistens schneller als die Kollegen, da er oftmals einen gemäßigten Tanz in den Stücken entdeckt, während andere einen breiten Gesang hören wollen.

Ein anderes Beispiel sind die Scherzi. Das Scherzo ist ein meist gewagter, eher frecher Mittelsatz in Sonaten oder Symphonien. Ist der Witz der Scherzi z.B. in Schuberts Klaviertrios in getragenem Tempo für heutige Ohren noch hörbar?

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Wiederholung der Sendung vom 26.4.2018

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